Hell und düster

Das Wetter in der Heide scheint mir völlig unvorhersehbar. Einzig an dem Gefühl der Luft kann man manchmal den herannahenden Regen erahnen. Und wenn es windig wird, ist alles möglich.

Als ich losspazierte war es noch hell und freundlich. Die Sonne zeigte sich sogar zaghaft und mogelte sich immer wieder durch die dünne Wolkendecke.

Ich entschied mit für eine größere Runde, doch als ich tief in der Heide war, kam der Regen dann doch. Mit aller Kraft prasselte er auf mich ein, als wollte er mich am weitergehen hindern.

Mit der Zeit habe ich aber etwas ganz entscheidendes aufbauen können: Akzeptanz. Auch wenn diese sich bisher eher auf unänderbare Dinge wie das Wetter bezieht ist es doch ein Fortschritt zu erkennen, dass Ärgern nichts bringt. Ich ertrage also den Regen, schnuppere die frische Luft und finde sogar Gefallen daran.

So plötzlich wie er kam, verschwindet der Regen dann auch wieder. Kurz bevor ich wieder zu Hause bin. Aber ich bin dankbar für diese Erinnerung an meine wachsende Ruhe und Geduld. Möge sie sich auch bald auf andere Dinge ausweiten, die ich jetzt noch nicht so leicht hinnehmen kann.

Immerhin habe ich durch die kalte Dusche auch ein schönes Wolkenspektakel mit interessanten Lichtverhältnissen beobachten können.

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31 Kommentare zu „Hell und düster“

  1. Wir Menschen können wesentlich mehr AUSHALTEN und LEISTEN als wir manchmal glauben.
    Der Mensch WÄCHST mit den Anforderungen, viele GRENZEN sind oft nur im KOPF.

    „Halten Sie sich vor Augen, dass 90% der Dinge, über die Sie sich sorgen, niemals eintreffen. “ (Dale Carnegie).

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      1. Ich denke schon, dass es uns von klein auf anerzogen ist….von unseren Eltern, von der Schule, von der Gesellschaft usw.
        Es sitzt wohl tief im Unterbewusstsein, aber Änderung ist möglich – wohl aber nicht von einem Tag auf den anderen…

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      2. Für die Gesellschaft ist es ja praktisch wenn wir uns alle selbst beschränken und möglichst keine eigene Meinung haben, so läuft alles in kontrollierbaren Bahnen – alle leben halt so in ihrem Trott dahin.
        „Machen wir es halt so weil wir es immer schon so machen …“
        Fällt mir bei mir auch auf – es ist nicht einfach diesen Trott zu durchbrechen …oft ärgere ich mich dann über mich selber.
        Dabei versuche ich auch bewusst immer was Neues zu probieren und zu lernen …. oft wird das von „außen“ im Keim erstickt. Hamsterrad. Täglich grüßt das Murmeltier.

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      3. …bzw. man(n) lässt zu, dass es von „außen“ erstickt wird.
        Änderungen kosten halt auch immer viel Kraft und Energie … ist halt einfacher wenn man immer im gleichen Trott verharrt – nur da entwickelt man sich halt nicht weiter und erfüllend ist es halt auch nicht so richtig …

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      4. Das mit der Kritik und Sorgen von anderen Menschen kann ich gut nachvollziehen und das macht es auch nicht gerade einfacher.
        Im Endeffekt spüren wir selbst am besten was uns gut tut und was nicht, wir haben nur mit der Zeit verlernt auf diese Signale zu achten.
        Oft füllen wir die Rolle aus die erwartet wird bzw. von der wir glauben, dass sie erwartet wird.
        Wie sehen deine Pläne und Ziele aus? … falls das nicht zu persönlich ist?
        lg

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      5. Ich versuche es so zu sehen, dass man sich eben Sorgen um mich macht. Und dann erkläre ich, dass ein „geregelter Job“ mir einfach nicht gut tut und ich daher lieber das Risiko des Freiberuflers auf mich nehme. Das mag für viele unverständlich sein, aber ich stehe zu dem, was ich mache.
        Ich bin noch nicht so lange freiberufliche Texterin, aber ich werde diesen Weg weiter gehen. Meine Ziele sind in dieser Hinsicht spannende Kunden und Projekte, die ich auch persönlich gut finde. Ich möchte hinter dem, was ich mache, mit ganzem Herzen stehen können. Und ich möchte mir das alles selbst einteilen. Ein Spaziergang zwischendurch ist mir zum Beispiel sehr wichtig. Das tut Körper und Seele gut. Ich kann als Freiberufler achtsamer arbeiten. Natürlich gibt es auch hier Tücken und Hürden. Aber die nehme ich in Kauf.
        Liebe Grüße
        Julia

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      6. Julia, einfacher wäre es wohl wenn das Umfeld POSITIV formuliert und sagt: „Ich glaube an DICH und dass das was Du machst gut und das Richtige für Dich ist. Was auch immer passiert DU hast es auf jeden Fall probiert und ich stehe hinter Dir.“
        Oft ist das aber nicht der Fall, diese negativen Meinungen vom Umfeld sind wirklich entbehrlich, schüren nur Selbstzweifel und ziehen einen runter.
        Manchmal habe ich den Eindruck für viele ist es fast ein Spaß wenn man andere runterzieht – wahrscheinlich fühlen die sich dadurch dann selbst besser …

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      7. Ja, das stimmt natürlich. Aber das kann man nicht erzwingen. Also versuche ich es den Menschen nicht übel zu nehmen, die Zweifeln, weil sie sich Sorgen machen. Das ist kein böser Wille, sondern vielleicht auch Gewohnheit. Viele Menschen sind skeptisch und sehen zuerst einmal die Probleme, statt die Möglichkeiten.
        Ich versuche mich einfach von diesen Zweifeln nicht beeinflussen zu lassen.

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      8. Ich habe ja in einem meiner klugen Bücher mal gelesen, dass wir das POSITIVE als selbstverständlich annehmen und voraussetzen. Wir reagieren auf Negatives, z.B. die Nachrichten – die ganze Zeit wird man da mit negativen Ereignissen zugelabert … Stau, Autounfall, Attentat uvm.
        Habe mich immer gefragt warum es kein Medium gibt, dass POSITIVE Nachrichten verbreitet …

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  2. Ja, mit manchen Dingen gelingt mir das auch manchmal. Wie bei dir ist da aber noch Luft drin 😉 Trotzdem freue auch ich mich bei solchen Gelegenheiten, wenn ich mit sowas wie naß werden o.ä. gelassen umgehen kann 🙂 Schönes Foto ! LG, Almuth

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      1. So lange das Laub bunt ist, ist das auch noch leichter finde ich. Gut ist, wenn man dann beschäftigt ist oder es sich zu Hause gemütlich machen kann. Immerhin, in eineinhalb Monaten werden die Tage schon wieder länger 🙂 Außerdem zeigst du uns mit deinem schönen Blog immer wieder, wie sehr man das Leben genießen kann, auch wenns naß und grau ist. Danke dafür !! Liebe Grüße, Almuth

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      2. Das mache ich sehr gerne, liebe Almuth.
        Zu tun habe ich immer mehr als genug. Langeweile kommt da schonmal keine auf! Und hier und da darf man auch mal etwas träge sein und sich zu Hause einkuscheln. Dafür ist der Winter ja da 😉
        Alles Liebe,
        Julia

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      3. Manchmal wäre ich gerne Bär oder Siebenschläfer, hihi. Jetzt Speck anfuttern, einkuscheln und im Frühling ganz schlank wieder aufwachen 😉 Nein, der Winter hat auch seine schönen Zeiten. Du sagst es, auch das träge sein gehört dazu. Mit gemütlichen Grüßen aus dem „Süden“, Almuth

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    1. Vielen, vielen Dank für deine lobenden Worte. 🙂
      Ja, das Bild würde sich wirklich als Gemälde anbieten. Aber ich möchte mich nicht daran versuchen, da meine Fertigkeiten in diesem Bereich doch sehr zu wünschen übrig lassen 😉
      Ich hoffe deine Akzeptanz wächst auch stetig und lässt dich gelassener mit den Ärgernissen des Lebens zurecht kommen.
      Alles Liebe,
      Julia

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  3. Sich zu ergeben kann ein sehr befreiendes Gefühl sein. Der innere Widerstand ist oft ein sinnloser Kampf und Demut vor dem was größer ist als man selbst ein probates Mittel um Ruhe in sich zu finden. Eine Haltung, die ich auf viele Umstände anwenden konnte, bis auf von Menschen gemachte. Da habe ich das kämpfen leider nie aufgeben können.

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  4. Mir hat – ohne es aktiv zu üben – die Lauferei viel dafür gebracht. Regen? Ich bin nicht begeistert, aber es kommt, wie es kommt. Wenn ich 20km unterwegs bin, passiert es nunmal, dass es zu regnen anfängt. Und irgendwie, wenn man nicht ausweichen kann, ist lamentieren keine sinnvolle Option. Ab da wird’s dann sogar wirklich manchmal ganz schön, dass es eben regnet. Und daheim wartet die warme Dusche.

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