Das Wort der Woche (13): persönlich

An diesem Sonntag möchte ich das Wort der Woche nutzen, um euch eine Frage zu stellen. Wie persönlich darf ein Blog für euren eigenen Geschmack sein? 

Jeder Blogger hält das ja ein wenig anders. Manche Blogs bestehen aus sehr persönlichen Berichten und ermöglichen tiefe Einblicke in das private Leben eines Menschen. Andere lassen beim bloggen den persönlichen Charakter völlig außen vor. Oder es schimmert nur hier und da eine Person zwischen den Zeilen hervor.

Wie haltet ihr das mit eurem eigenen Blog?

Ich beobachte hier und da, dass manche Blogleser sehr mitfiebern und großes Interesse an der Person hinter den Worten haben. Manche Blogger berichten offen über ihr Leben, thematisieren auch Krankheiten, Beziehungsgeschichten und schreiben ganz offen über ihr Seelenleben. Zum Teil sogar unter dem eigenen Namen. Ich finde dies sehr mutig und mich würde interessieren, was ihr darüber denkt.

In den Zeiten von YouTube, wo man direkt vor der Kamera sitzt, ist es inzwischen nichts ungewöhnliches mehr. Wir erhalten sehr persönliche Einblicke in manche Lebenswelten. Da werden Freud und Leid ganz offen mit der Welt geteilt. Verfolgt ihr solche Kanäle oder habt sogar selbst einen?

Ich bin sehr gespannt auf eure Rückmeldungen.

Hier findet ihr noch mehr zum Wort der Woche !

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20 Kommentare zu „Das Wort der Woche (13): persönlich“

  1. Mutig ist es. Eine persönliche Sache sowieso. Aber, jeder Mensch „tickt“ anders. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es auch sehr erleichternd sein kann sich etwas von der Seele zu schreiben. Heilsam und hilfreich sozusagen. Mein Ding ist es nicht. Deshalb hohe Anerkennung für die, die es tun.

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  2. In meinen Blog lasse ich Privates weitestgehend außen vor. Ich will mich nicht verstecken, aber ich möchte auch nicht soviel von mir preis geben. Der Blog bietet mir den Raum, zu denken, zu dichten und zu fabulieren. Auf diese Weise befriedige ich mein Schreibbedürfnis.
    Natürlich freue ich mich, wenn die Texte auf Interesse stoßen.
    Erstaunlicherweise passiert für mich selbst, die schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Blogs schreibt, Unerwartetes. Wenn ich alte Texte von mir lese, weiß ich sofort wieder, wie der eigene Kontext war, als ich den Text geschrieben habe. Für mich selbst entsteht dadurch ein neuer Zugang zur eigenen Geschichte und gar nicht mal so selten enträtseln sich dadurch im Nachhinein Fragen, die damals unbeantwortet blieben.

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  3. Wie persönlich andere über sich bloggen kann ich nicht beeinflußen, aber wenn es ständig nur negativ wäre, würde ich mich durch nichtlesen schützen. Mein Blog ist schon sehr persönlich, allerdings lasse ich die negativen Erlebnisse meines Lebens außen vor, denn ich möchte, dass sich die Leser bei mir erholen, mal lachen oder staunen können, denn das ist benso wichtig wie sich mit dem täglichen Leben auseinander zu setzen 🙂

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    1. Das verstehe ich. Mit meinem Blog halte ich es ja auch so und lasse Negatives möglichst außen vor. Natürlich zeichnet dies dann ein ganz anderes Bild von mir, aber es geht ja nicht um mich persönlich.
      Ich denke auch, dass zu viel Negativität nicht nur für einen Menschen selbst schädlich ist, sondern auch die Leser deprimiert und herunterzieht.
      LG

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  4. Ich bin mir da unsicher. Im positiven Sinne kann Öffentlichkeit und Offenheit einen Blogger / Youtuber bspw. motivieren das eigene Leben interessanter und aktiver zu gestalten, aber es erzeugt auch Druck durch Erwartungshaltung und Bewertung. Das ist bei aller Authentizität schon formatbedingt immer noch was distanziertes, sich selbst bespiegelndes. Die Jagd nach teilbaren Momenten kann dazu führen, das Gegenwärtige gar nicht wahrzunehmen, weil man schon die Verwertung im Kopf hat.

    Ich gucke mir hin und wieder ein paar Daily Vlogs auf Youtube an. Ich habe definitiv eine positive Haltung zu den entsprechenden Personen, verstehe auch dass die in dem Hobby aufgehen, evtl. persönlich was daraus ziehen – gleichzeitig bekomme ich aber auch etwas Magengrummeln wenn es zu trivial oder persönlich wird. Nicht weil sich die Leute in negativer Weise bloßstellen würden bei dem was sie dort tun, sondern weil ich mich bei dem Gedanken nicht wohlfühle, dass eine solche einladende Offenheit auch gegen einen verwendet werden könnte.

    Bei steigendem Erfolg stelltt sich dann auch mal die Frage der Monetarisierung. Es ist einerseits genial, dass man durch das teilen des eigenen Lebens und Wissens einen Teil des Einkommens generieren kann, auf der anderen Seite finde ich es schwierig die eigene Person zu vermarkten. Persönlich würde ich eher ein Thema oder ein Produkt in den Vordergrund stellen. Ich scließe aber nicht aus, dass ich mit dieser Haltung zu vorsichtig und altmodisch bin.

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    1. P.S. Um selbst was persönliches hinzuzufügen: Authentizität hieße für mich hin und wieder auch mal Raum für Negativität zu haben. Das funktioniert aber in solchen Formaten kaum bzw. bekommst du evtl. ein Publikum, das du gar nicht haben willst oder fiese Kommentare. Deshalb müsste ich mich an solchen Tagen verstellen. Das würde bedeuten, dass ich mich in meiner schwarzen Wolke isolieren würde und das ist ganz ungut. Deswegen bin ich ein großer Freund davon schlechte Gefühle zu transformieren und in Kunst zu kanalisieren. Das entkoppelt von der Person und gibt einem die Möglichkeit diese Persönlichkeitsanteile freier von Bewertung zu teilen.

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      1. In diesem Fall würde ich auch sagen, dass es keinen Sinn macht. Allerdings würde ich nicht pauschal davon ausgehen, dass man immer fiese Kommentare bekommt, wenn man offenbart, dass man mal nicht gut drauf ist. Ich kenne da einige Blogger, die sehr viel positiven Zuspruch bekommen. Oder eben mal ein paar Worte, die anstubsen, aufwecken, aber eben nicht beleidigen oder noch weiter runter ziehen. Damit möchte ich nicht sagen, dass es immer so ist. Aber es besteht eben auch diese Möglichkeit des guten Feedbacks.
        Aber ich denke du hast für dich die beste Möglichkeit längst gefunden 😉

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    2. Die Thematik ist wirklich komplex, weil da so viele Aspekte mit reinspielen. Ich denke die Grenze zwischen einer gesunden, authentischen Offenheit und zu persönlicher Preisgabe ist fließend. Und genauso schwierig ist es auch mit dem Druck und der Erwartungshaltung. Wenn man an dem Punkt angelangt ist, wo man nurnoch den Druck im Nacken hat, neue Inhalte zu produzieren, kann man nicht mehr authentisch sein. Aber das hat man ja eigentlich in der Hand. Je nachdem, wie man damit umgeht.
      Sich selbst komplett zu vermarkten – das kann ich mir gar nicht vorstellen. Dafür muss aber auch ein extrem großes Interesse an der Person gegeben sein..

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  5. Für mich mein Blog inzwischen mein Tagebuch geworden.
    Und ich habe die anfängliche Angst, dass ich womöglich nicht gemocht werde, wenn auch über meine Schwächen und Abneigungen berichte, beiseite gelegt.
    Ehrlich alles erzählen dürfen ist mir wichtiger geworden.
    ganz liebe Grüsse aus Wien ❤

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    1. Das finde ich wirklich beachtlich und ziehe meinen Hut! Du schreibst wirklich sehr offen und ehrlich. Ich freue mich, dass du dadurch deine Ängste, deshalb nicht gemocht zu werden, über Bord werfen konntest! Das ist ein großer Schritt!
      Liebe Grüße aus der Lüneburger Heide,
      Julia

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  6. Ich zeige mich schon in meinem Blog. Aber nicht alles und immerzu. Negatives kommt natürlich vor, aber ich möchte daraus auch Positives ziehen. Vor allen Dingen will ich Freude mit meinen Themen haben und mich ausprobieren. In meinem Blog kommt einiges von mir zum Vorschein, das ich bisher nicht kannte. Und einiges, was ich kenne, behalte ich lieber für mich!

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  7. Eine interessante Frage. Unser Blog war die Idee meiner Tochter, da wir eine längere Zeit unterwegs sein wollten, und sie uns auf der Reise begleiten wollte. So fotografierten und schrieben wir zuerst für unsere Familie und Freunde. Im Mittelpunkt stand (und steht immer noch) unsere Reise und die Erlebnisse. Nach und nach kamen Bekannte dazu. Nachdem wir den Blog öffneten, fanden uns auch „Fremde“. Daher vermeiden wir, allzu viel über uns preis zu geben, da wir meinen, dies gehört nicht in die Öffentlichkeit. Vielmehr wollen wir unseren „Verfolgern“ vermitteln, wie wundervoll diese Welt mit ihren Menschen und der Natur ist. Dazu gehört auch das eine oder andere kritische Wort.

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