Raupenbegegnung

An einem sonnigen Tag kreuzt ein haariges Etwas meinen Weg. Ich beuge mich herab und entdecke dieses kleine Prachtstück, dass sich langsam seinen Weg über die Erde bahnt.

Und plötzlich sehe ich in mir selbst die Raupe, die mitten in der großen Welt ihren Weg zu finden versucht. Die nicht weiß, was hinter dem nächsten Grashalb auf sie warten wird oder wie es auf der anderen Seite des Weges wohl aussehen mag.

Und ich bewundere das Tier, das stetig weiter kriecht, obwohl es doch jeden Moment zertreten werden könnte. Doch vielleicht schützt Unwissenheit vor Angst?

Manchmal ist mir die Welt zu groß und ich habe das Gefühl, wie eine Ameise voran zu eilen, die doch nie die ganze Größe dieses Planeten erfassen wird. Aber muss ich das denn auch?

Ich besinne mich wieder auf das Kleine, die Details um mich herum. Wenn ich es schaffe im begrenzten Raum schon Wunderbares zu entdecken, dann kann ich mich doch eigentlich nur darüber freuen, dass es anderswo noch viel mehr davon gibt.

Was ließ euch in dieser Woche innehalten?

 

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38 Kommentare zu „Raupenbegegnung“

  1. Wenn Du Dich nicht an den kleinen Dingen auf dieser Welt erfreuen kannst, hilft es Dir auch nicht gaaanz viel Geld zu haben. Schön hast Du Deinen Text geschrieben, gefällt mir richtig gut. Für mich gibt es auch nichts schöneres als morgens dem Gesang der Vögel zu lauschen, mich an Licht und Sonne zu erfreuen und ein wenig über das Grundstück zu streifen. Immer wieder finde ich schöne Dinge.
    Freu Dich des Lebens! Liebe Grüße Hedwig

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      1. Ja, aber wenn Du frustiert in einer sauteuren Boutique stehst, Dir alles kaufen aber nicht daran erfreuen kannst, weil Du eh schon alles hast, bringt Dir das auch nichts. Erst, wenn Du Dich an den kleinen Dingen des Lebens erfeuen kansst, wirst Du auch das viele Geld genießen können. Liebe Grüße Hedwig

        Gefällt 3 Personen

      2. Vieles, was mich persönlich erfüllt, gibt es sogar umsonst! Der tägliche Waldspaziergang, der Blick in den Wolkenhimmel…Ich glaube, Dankbarkeit verhilft sehr dazu, due kleinen Dinge zu genießen, v.a. wenn man wenig Geld zur Verfügung hat. Aber das geht nur, wenn das vorhandene Geld für die Erfüllung der Lebensgrundlagen und darüber hinaus für Zusätzliches reicht. Armut ist ein Glückskiller und verkürzt die Lebensspanne erheblich!

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  2. Was ließ euch in dieser Woche innehalten?
    Du, jetzt und hier 🙂

    Raupen haben eine sehr eigentümliche Art der Fortbewegung, da staune ich auch jedesmal. Ebenso die Tatsache, dass ihr Dasein als Raupe nur ein Zwischenstadium ist, bevor sie sich irgendwann als Falter wiederfinden. Und ja, Unwissenheit schützt vor Angst. Die Unbedarftheit eines Kindes ist mit jeder neuen Erfahrung auf dem Rückzug. Wer kann, lernt zu vertrauen…

    Grüße & guten Morgen !

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    1. Ich danke dir sehr, für deine lieben Worte. Die lassen mich nun auch innehalten! 🙂 Du hast Recht, die Raupe ansich ist wahnsinnig spannend, dadurch, dass sie sich in einem Zwischenstadium befindet. Da staune ich auch immer wieder.
      Ich würde gerne darauf vertrauen, auch bald zum Schmetterling zu werden 😉
      Herzliche Grüße und einen sonnigen Tag,
      Julia

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  3. Was mich vor kurzem innehalten ließ, waren auch Raupen: Die hatten nämlich meinen Buchsbaum zerfressen und ich musste ihn wegwerfen. Dein Text ist sehr ansprechend und ich wünsche mir auch manchmal, der Welt unbedarft wie eine Raupe oder Ameise zu begegnen. Aber um bei der Allegorie zu bleiben: Es gibt auch Buchsbaumzünsler, und die sind das Ende einer mitunter großen und starken Pflanze, von der die Raupe ja lebt. Aber sie weiß es nicht.

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      1. Das ist es eben: Ahnungslosigkeit kann das Leben einfacher und schöner machen. Aber manchmal wäre ein bisschen Wissen und Voraussicht schon von Vorteil. Doch bevor die letzte Raupengeneration mit dem toten Buchsbaum mitstirbt, haben sich genügend Nachtfalter entwickelt, die ihre Eier in weiteren Buchsbäumen ablegen. Bei uns im Süden hat ein großes Buchsbaumsterben eingesetzt. Irgendwann sind sie alle hin, und dann gibts wohl auch keine Buchsbaumzünsler mehr.

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      2. Das wäre sehr schade! Obwohl ich Buchsbäume nicht so sehr mag, wie andere Pflanzen, wäre es doch tragisch, wenn es sie gar nicht mehr geben würde. Habe hier im Norden übrigens noch nie davon gehört!
        Liebe Grüße
        Julia

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  4. Wer den Schmetterling liebt, muss die Raupe dulden. Und wenn es einem dazu noch gelingt, Gefallen an der auch ihnen eigenen Schönheit zu finden: desto besser! Ich bewege mich gelegentlich auf allen vieren durch den Garten, damit mir ja nichts entgeht.
    Was mich innehalten lies? Die freudige Tatsache, daß aus meinem Clematis-Zuchtversuch tatsächlich Samen hervorgingen…mehr dazu auf ‚Garten und Gedichte`.

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