Das Wort der Woche (9): Pechvogel

Ich habe ein Herz für Unglücksraben und Pechvögel! Daher widme ich diesen vom Pech verfolgten Wesen den heutigen Beitrag.

Es scheint Menschen zu geben, die weniger Glück haben als andere. Manchmal zähle ich mich auch dazu. Es gibt immer mal wieder Phasen, in denen vieles schief geht und wo eine Unglück zum anderen hinzu kommt. Die schlechten Nachrichten häufen sich und irgendwann steckt man drin in dem Gedanken ein echter Pechvogel zu sein.

Doch wird man gerade dadurch erst Recht zum Unglücksraben? Gibt man durch diese Gedanken dem Glück und den erfreulichen Zufällen keine Chance mehr?

Das Wort stammt übrigens aus dem Mittelalter und hat seinen Ursprung in den Methoden der damaligen Vogeljagd. Die Vögel wurden mit Leimruten gefangen, an denen die Tiere festklebten und sich nicht mehr befreien konnten. Diese Ruten nannte man auch „Pechruten“ und wer daran hängen blieb, war eben ein Pechvogel.

Kennt ihr einen Pechvogel in eurem Bekanntenkreis, oder seid ihr sogar selbst einer dieser Unglücksraben? Ich bin gespannt, was ihr zu erzählen habt?

Ich habe beim Lose ziehen meistens sehr viel Pech. Während die Leute, die vor oder nach mir ziehen meistens gewinnen, ziehe ich immer nur Nieten..

An dieser Stelle wünsche ich vor allem all den Pechvögeln ganz viel Glück, Zuversicht und ganz tolle Überraschungen im Leben! 🙂

Hier findet ihr noch mehr zum Wort der Woche !

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33 Kommentare zu „Das Wort der Woche (9): Pechvogel“

  1. Das Wort „Pechvogel“ brachte mich auf den Gedanken, dass ich gar nicht weiss, wie man das ins Englische uebersetzen soll. „Pitchbird“ 😉 geht ja wohl schlecht, obwohl es mich zum Schmunzeln bringt. Aber damit koennte hierzulande Keiner etwas anfangen. So habe ich dann mal nachgeschlagen und festgestellt, dass es so eine schoene metaphorische Beschreibung wie im Deutschen gar nicht gibt. „Misadventurer“ oder „unlucky fellow“ sind die beiden Entsprechungen/Uebersetzungen, die ich gefunden habe. Aber die sind nun mal gar nicht „bunt“ wie das deutsche Wort, sondern ich finde sie einfache „droege“.
    Hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

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    1. Eigentlich seltsam, weil im Englischen manches viel schöner mit Worten beschrieben wird… „over the moon“ für überglücklich.
      Manche Worte haben die Amerikaner ja einfach auch so von uns übernommen. „Fahrfreude“ oder der Begriff „German Angst“
      „Pitchbird“ ist aber auch nicht schlecht…ich habe da immer „Jinx“ verwendet…

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      1. „Jinx“ hatte ich auch gefunden, aber ohne es jetzt genau nachgeschlagen zu haben: „jinx“ ist fuer mich Jemand, der Anderen Unglueck bringt, waehrend ich „Pechvogel“ immer verstanden habe als Jemand, der selber staendig Pech hat. Habe ich da etwas jahrzehntelang das Wort nur halb verstanden? 😉

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      2. Ich versuche mal, es rauszukriegen. Aber spaeter. Jetzt geht es erst einmal zur „Antique Tractor & Machinery Show“. Hoffentlich springen ein paar gute Bilder dabei heraus.
        LG,
        Pit

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      3. Also – um mich in Eure Diskussion einzuklinken – nach meinem Empfinden ist ein Pechvogel jemand, den das Unglück ständig trifft und steht nicht in Zusammenhang mit jemandem, der anderen Leuten Pech bringt. Was mich nun darüber nachdenken lässt, ich ich solch einen Unglücksbringer bezeichnen sollte. Gerade bin ich ratlos, denke aber nochmal in Ruhe darüber nach.

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      4. Nun, … leider nein. Mein Englisch reichte für Studium (mit Ach und Krach) und Beruf und ist ausbaufähig. Ich war immer noch nie im Englischsprachigen Ausland — weiß nicht, ob ich mich damit rausreden kann, dass ich „Kind des Ostens“ bin.

        Aber wenn Du mal eine Frage zum Russischen hast, dann immer gern damit her zu mir.

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  2. Ich glaube, es gibt immer wieder Situationen in denen man glaubt, ein Pechvogel zu sein. Manchmal weiss man ja auch erst hinterher, dass es ein Glück war, wie alles so gelaufen ist. Das mit den Losen geht mir genauso, aber seien wir mal ehrlich, was gewinnt man denn? Irgend unnützes Zeugs?
    Ich denke, es ist wichtig, dass man das hinnimmt, wenn irgend was nicht so toll gelaufen ist und dann aber sofort nach vorne schauen. Es gibt ja auch Menschen, diese Schwarzmaler, die nach der „self-fullfilling-prophecy“ Methode alles erst mal schlecht reden und denken und sich dann auch noch bestätigt sehen. ich hab’s doch gewusst. Ich empfehle, diese Methode dafür anzuwenden, dass man sich ausmalt, was alles Schöne passieren könnte, sich Bilder zaubern, wie es sein könnte, im positiven Sinn…

    Ein schönes Wochenende für Dich
    Viele Grüsse
    Thomas

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    1. Sehr weise Worte, lieber Thomas! Du hast völlig Recht, ich denke auch, dass man mit positiven Gedanken weiter kommt 😉 Leider ist das nicht immer so leicht umzusetzen. Gerade im Moment gibt es da bei mir ein paar Baustellen. Aber ich übe mich darin, die Zukunft nicht allzu schwarzzumalen. 🙂
      Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,
      Julia

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  3. Es gibt sie, die negative Konditionierung, den gelebten Defätismus. Die selbst-erfüllende Prophezeiung eben. Deren Prinzip kann man sich auch zunutze machen, indem man beginnt, an das eigene Glück zu glauben. Oder daran, dass alles was geschieht, letztendlich zu meinen Besten geschieht, auch, wenn ich das nicht gleich erkennen mag. Darüber hinaus gibt es für mich kein ausgemachtes Pech – ich nenne es Prüfungen oder Lektionen. Das lässt sich auf alle Lebenslagen übertragen, bis hin zum loslassen meiner selbst irgendwann.

    Alle diese Erkenntnisse schützen mich nicht vor dem Schmerz, wenn ich mitten drin stecke. In Beziehungskrisen, Existenzängsten, schweren Erkrankungen. Immer bin ich an einem Punkt gelangt, wo ich mich ergeben habe, kapituliert habe. Ab da wurde es vielleicht nicht sofort besser, aber leichter zu tragen.

    Der Schlüssel (für mich) heißt heute Vertrauen.

    Grüße aus dem Tal der Wupper !

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    1. Das hast Du sehr schön beschrieben, Reiner. Ich versuche auch, die Dinge, die daneben gehen (und gerade sind sie reichlich), als Lektionen zu betrachten – irgend einen Sinn und Nutzen wird das alles schon haben. Das ist natürlich leichter in der Theorie als in der Praxis.
      Vertrauen, – tja Vertrauen – , dass sich alles zum Besseren wenden wird, ist auf jeden Fall essentiell; nur leider noch viel weniger vom Verstand beeinflussbar. Aber solange noch ein Funken Hoffnung bleibt, ist nichts verloren.

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      1. Der „Verstand“ ist da eher hinderlich, soll er doch etwas „realisieren“, was noch nicht eingetroffen ist, was sich famos in Frage stellen lässt. Ja, es ist ein weiter Weg zum Vertrauen … es hört nie wirklich auf.

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    2. Vielen Dank, lieber Reiner, für diese positiven Worte, die mir gerade sehr Mut machen.
      Im Grunde ist es ja nichts neues, dass negative Annahmen nicht gerade zum Erfolg führen und positive Affirmationen oder Einstellungen sich auch erfüllen. Die Umsetzung ist auch gar nicht so schwierig, solange es recht gut läuft, Hoffnung sichtbar ist. Eine richtige Probe wird es dann, wenn kein Lichtblick in Sicht ist.
      Auch ich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass es irgendwann, nach der Kapitulation, wieder besser wird. Daher sage ich mir immer wieder, dass sich alles bewegt und verändert. Auch schlechte Zustände dauern nicht ewig an, Momente verstreichen, Befindlichkeiten ändern sich..
      Zum Vertrauen ist es aber noch ein weiter Weg.
      Liebe Grüße nach Wuppertal,
      Julia 🙂

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  4. „Schlemihl“ ist der jiddische Ausdruck für Pechvogel, fällt mir dazu ein.
    Hier kenne ich nur Menschen, die offensichtlich immer unüberlegte Entscheidungen trafen, um dann voll auf die Nase zu fallen. Und die leider auch niemals aus ihren Fehlern lernen.
    Dazu gehört einer meiner langjährigen Freunde, der einen zweifachen Doktortitel hat, doch absolut nicht imstande ist Pläne so gut zu durchdenken, dass er deren Ablauf kontrollieren kann. Und unentwegt erzählt, wie ihm alles schiefläuft und nichts so funktioniert, wie er sich das vorstellt.
    Fragt man ihn, ob er auch dieses oder jenes vorher bedacht hat, dann sagt er „nein, wozu“.
    Mein Herz für solche „Dummbeutel“ hält sich deshalb sehr in Grenzen – was aber nicht heisst, dass ich nicht helfe, wenn ich kann 😀

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    1. Ein interessantes Wort, das kannte ich gar nicht. Allerdings bin ich des jiddischen auch nicht mächtig 😉
      Ich finde immer wieder erstaunlich, wie manche Menschen so wenig selbstreflektiert sein können. Gerade, wenn Pläne öfter schief gehen, bedenkt man doch zukünftig gewisse Faktoren.. Nunja, immerhin bekommen sie Hilfe von dir! 😉

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  5. Es gibt einen herrlichen alten Film mit Gerard Depardieu und Pierre Richard, der heißt… ja, „Der Pechvogel“. Man sollte sich allerdings die TV-Version von 1985 anschauen, die Synchronisation ist um Klassen besser als die der Kinoversion von 1981. Im Fernsehen hieß der Film „Ein Tollpatsch kommt selten allein“. Einfach richtig, richtig komisch.

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  6. Um die Frage nach dem englischen Wort zu beantworten (einige Kommentierende machten sich darüber Gedanken): Der geliebte Brite neben mir meint, „loser“ sei wahrscheinlich am ehesten passend. Klingt halt nicht so gewachsen wie unser Pechvogel oder Unglücksrabe.
    Ich glaube schon, dass es Phasen gibt im Leben, in denen mehr als sonst schief läuft. Die gehen aber auch immer vorbei. Als Pechvogel habe ich mich noch nie empfunden. Krisen, Kummer und Versagen gehört eben zum Leben, wie die Erfolge und glücklichen Zeiten auch. 🙂

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