Das Wort der Woche (8): Griesgram

Wörter, die bereits an ihrem Klang auf die Bedeutung schließen lassen, mag ich besonders gern. Natürlich kommt aus auch immer auf die Aussprache an. Bei Griesgram passt es einfach!

Bereits seit dem 18. Jahrhundert werden missmutige und mürrische Menschen mit diesem Wort tituliert. Doch woher kommt es eigentlich? Ich dachte immer, dass es vielleicht etwas mit sich grämen, also bekümmert sein zu tun hat.

Tatsächlich stammt Griesgram vom Mittelhochdeutschen grisgram, was Zähneknirschen bedeutet. Dieses Wort wiederum hat sich wahrscheinlich aus dem angelsächsischen gris entwickelt, das Zerriebenes bezeichnet. Daher kommt übrigens auch das Wort Grieß für gemahlenes Getreide.

Möglicherweise hat gram etwas mit dem Englischen grim (düster, grimmig) zu tun. Ich denke das würde ziemlich gut passen!

Wie so oft ist eine Rekonstruktion der genauen Wortherkunft nicht so einfach. Aber ich stelle mir nun unter Griesgram einen grimmigen, zwielichtig aussehenden Herrn vor, der fürchterlich mit seinen Zähnen knirscht. Vielleicht so lange, bis Knochenmehl daraus geworden ist..

Ist euch das Wort geläufig? Benutzt ihr es auch oder wurdet ihr vielleicht sogar selbst einmal als Griesgram bezeichnet?

Ich selbst würde jemanden eher scherzhaft einen Griesgram nennen. Einfach, weil das Wort ein wenig altbacken klingt und ich das Bild dahinter mag. Dieses Zähneknirschen und grummelig sein hat schon fast etwas humoristisches, karikatives.

 

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32 Kommentare zu „Das Wort der Woche (8): Griesgram“

  1. Als Griesgram empfinde ich mich oft selbst, wenn ich dauernd „innerlich“ an allem herum nörgel.
    So auf die Art: „dies und das könnte doch anders sein“ bzw. „hätte doch auch anders – besser sein können“.
    Aber auch wenn ich immer wieder nachfrage: „Wieso war oder ist etwas nicht so, wie ich das möchte“.
    Quasi: Jemand, der mit allem eigentlich unzufrieden ist.
    Aber woher das Wort stammt, wusste ich nicht!

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      1. menschlich Ja, doch unsinnig!
        Und ab einem gewissen Alter erwartet man sich ja von sich selbst das Leben endlich mal zu akzeptieren, wie es nunmal ist.
        Eben kein Wunschkonzert 😀
        ein schönes Wochenende und liebe Grüsse aus Wien

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  2. Ich kenne das Wort. Benutze es eher mit einem Augenzwinkern und wenn, dann für eine ältere Person. Mann, längere weiße Haare, schlurfend. Krückstock.

    Einen jungen Griesgram kann ich mir nicht vorstellen. Auch wenn es die zuhauf geben mag. Ein alternatives Wort für die jungen Griesgrame fällt mir auch zur Sekunde gar nicht ein. Vielleicht gleich, im Traum 😉
    Die Worterklärung finde ich auch äußerst interessant und passend. Überhaupt – welch interessantes Projekt von Dir!

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    1. Ich freue mich sehr, dass dir mein Wort der Woche gefällt! 😀
      Früher war für mich ein Griesgram auch eher eine ältere Person, so wie du sie beschreibst. Inzwischen bezeichne ich scherzhaft auch junge Menschen als einen solchen.
      Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,
      Julia

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  3. Sicherheit
    Sich zu Grieß grämen – die Königsdisziplin in Sachen Übellaunigkeit und Negativität. Die totale Selbstzerstörung, wenn alles Grieß gegrämt ist …

    Mache ich ’nen Bogen drum, um solche Menschen.

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  4. Liebe Julia, du wirst es nicht glauben, aber einige Menschen in meinem Umfeld halten mich für einen Griegram. Ich selber habe mich 20 Jahre als zynischen Misanthrop bezeichnet (natürlich ironisch gemeint), weil ich mich mit den Missetaten anderer einfach nie abfinden konnte. So habe ich Minister und selbsternannte Superminister, sowie Talkqueens mit meinen Eingaben und Briefen gequält, bis mir klar wurde, dass es den Politikern völlig egal ist, so lange keine breite Masse aufmerksam wird und das TV meine Meinung nutzt, um sich anders aufzustellen. Nun bin ich Philanthrop und werde dies bis für den Rest meines Lebens bleiben, weil sich der Energieaufwand für die andere Seite nicht lohnt 😉 Danke für deinen wunderbaren Wortkramladen 🙂

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    1. Da hast du für dich nun sicherlich die gesündeste Variante gefunden, mit solchen Dingen umzugehen! 🖒 Auch wenn es natürlich schade ist zu merken, dass deine Meinung den Politikern egal ist. Ich könnte manchmal völlig verzweifeln aber griesgrämig zu werden hilft ja auch nicht, da hast du Recht!

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    1. Ich glaube als Aufmunterung würde das bei mir auch nicht helfen. Es klingt ja fast wie ein Vorwurf 😉
      Vielleicht muss man manchmal griesgrämig sein, damit man danach wieder aus vollsten Herzen lachen der sich übrigens etwas freuen kann 😁
      Herzliche Grüße,
      Julia

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  5. Ein sehr selten von mir eingesetztes Wort. Scheint wohl- ich bin oft zu tolerant und nehme die schlechtgelaunten Menschen einfach hin. Die Frauen in meiner Zeit haben das leider so gelehrt bekommen.
    Lieben Dank für deinen Denkanstoss 👏👍

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  6. Oh, das Wort Griesgram gehört zu meinem fast täglichen Repertoire… Wenn ich morgens die Runde mit meinem Hund mache und wir andere Hunde treffen, die voller Begeisterung zu ihm laufen, dann kenne ich seine Reaktion: sich wegdrehen, die Lefzen hochziehen, mürrisches Knurren. Und ich sage dann immer zu dem anderen Hundebesitzer: Das tut mir leid, er ist schon älter und will nicht mehr spielen. Er ist da etwas griesgrämig…

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  7. Ein Griesgram bin ich nicht.
    Aber mir passierte es doch mal vor gut 25 Jahren, daß mich zwei Frauen, unbekannte Menschen, in einem Cafe ansprachen und mir einfach unvermittelt sagten: „Schau nicht so bös!“
    Ich war in jedem der Fälle baff. Ich bezog das auf meine Falte zwischen den Augen, das musste es sein.
    Noch heute ärgere ich mich, daß ich nicht zu kontern wusste, sondern das schluckte.

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