Das Wort der Woche (5): Einöde

Als ich in dieser Woche so durch die Gegend spazierte, kam mir ein Wort in den Sinn, mit dem die Landschaft hier sicher schon oft bezeichnet wurde.

Ich selbst empfinde die Nordheide nicht als Einöde aber das kommt vielleicht auch darauf an, was man darunter verstehen möchte. Erst einmal besagt das Wort nur, dass es hier einsam und menschenleer ist. Des Weiteren wird laut Duden auch eine öde und eintönig wirkende Gegend als Einöde beschrieben. Also öde finde ich es hier wirklich nicht!

Natürlich habe ich auch zurück ins Mittelalter geschaut. Dort sprach man auch schon von der einœte, einœde oder einôte, und meinte damit die Einsamkeit, eine Wüste oder einen alleinstehenden Bauernhof. Aufhorchen lässt mich dabei die Tatsache, dass das mittelhochdeutsche œde nicht mit unserem heutigen öde in seiner Bedeutung als „langweilig“ und „inhaltslos“ zu tun hat. Vielmehr bezeichnete œde etwas einsames, leeres. Die Bedeutungspalette reicht sogar, wenn auf Menschen bezogen, bis hin zu „arm“, „schwach“ oder „eitel“.

Für mich ist eine Einöde nicht negativ besetzt, sondern eher ein schöner, sehr naturbelassener Ort, an dem es ruhig und menschenleer ist. Manchmal ist es das auch in der Heide, aber die Touristen werden noch kommen..

Ob Einöde oder nicht – Ich fühle mich sehr wohl hier und genieße die Natur. Und die ist keinesfalls eintönig oder langweilig!

Hier findet ihr mehr zu meiner Aktion: Das Wort der Woche. Vielleicht schwirrt euch auch hin und wieder ein Wort durch den Kopf, über das ihr gerne mehr wissen würdet? Ich bin offen für eure Ideen und Vorschläge! 🙂

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14 Kommentare zu „Das Wort der Woche (5): Einöde“

  1. Wir waren im letzten Jahr mehrmals in der Heide und freuen uns jetzt schon wieder auf unsere Wohnmobiltouren zur Blütezeit und das neblig gespenstische Pietzmoor am frühen Morgen🖒🙌

    Ist dir schon einmal aufgefallen dass kaum noch jemand das Wort fröhlich oder Fröhlichkeit benutzt?
    Das Wort könnte bei Gelegenheit recherchiert und wieder häufiger benutzt werden😀
    #rettetdiefröhlichkeit

    Einen fröhlichen Tag wünscht
    die Petra

    Gefällt 3 Personen

  2. Wir empfinden es als tendenziell „langweilig“, wenn „nichts los“ ist. Wenn ich aber die die Einöde als „Leere“ ansehe, die nur deshalb „leer“ ist, weil ich es endlich mal, gerade angeregt von der „eintönigen“ Landschaft, über mich bringe, meine Gedanken mal ruhig werden zu lassen und nicht gleich meine Bewertungen über alles zu legen, was ich sehe… dann kann in diese Leere ein Verbundenheitsgefühl einströmen, und dann bekommt der Begriff EIN-tönig einen ganz anderen Klang.
    Das wären so meien Gedanken zu dem, was du sagst … die ich jetzt mal ruhig werden lasse, um das Gefühl eines leeren Magens, das ich schon seit geraumer Zeit habe, in eine Positiverfahrung umzuwandeln! 🙂
    Gruß von Michael

    Gefällt 1 Person

  3. Der Begriff Einöde steht hier im Schwabenländle eher für einen einsamen Bauernhof. Ansonsten mögen wir das Wort nicht, denn man kann ihn auf schwäbisch kaum aussprechen. Es ist eins der wenigen Wörter, für die es m.W. keine Übersetzung gibt. Das Wort „Bein“ ist ja auch so eins, da machen wir halt einen „Fuaß“ draus. Aber Einöde? Wir würden eher von „gottverlassen“ reden als von einer Einöde, selbst wenn eine karge Landschaft mit wenig Leben gemeint ist.
    Die Heide hab ich noch nie gesehen, kann also nichts dazu sagen.

    Gefällt 1 Person

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