Einfach drauflos fahren

Manchmal brauche ich genau das! Ich schnappe mir mein Fahrrad und fahre einfach los, ganz spontan.

Mein alter Drahtesel, der mich in Studentenzeiten zur Uni gebracht hat, ist mit mir umgezogen. Auch wenn die Gangschaltung kaputt ist und das schwere Rad schon so einiges hinter sich hat, lässt es sich darauf doch noch aushalten.

Der Tag ist warm und ich habe Lust auf eine Entdeckungstour. Also schleppe ich das Rad aus dem Keller und fahre einfach los. Scheinbar ziellos düse ich kreuz und quer durch die Heide.

Hier draußen fällt es mir leicht Entscheidungen zu treffen, denn ich weiß, dass keine unangenehmen Konsequenzen hinter einer meiner Entscheidungen wartet. Ich kann ganz spontan einen Weg auswählen, ohne mich später darüber zu ärgern. Wieso ist es nicht immer so leicht, einfach der Nase nach zu entscheiden?

Der Fahrtwind erfasst meine Haare und pustet mir kräftig um die Ohren. Ich genieße die Landschaft um mich herum, die Bewegung, die meinem Körper so gut tut.

An manchen Stellen muss ich besonders aufpassen. Oft liegen große Steine oder Wurzeln im Weg oder es wird zu sandig, sodass die Räder schlingern. Da muss ich ganz langsam fahren und auf meinen Weg achtgeben.

Die Gegend ist so wunderschön und still. Ich fahre durch Wald und Heide, vorbei an einem See und über unbekannte Wege. Zum Glück kann ich auf meinen Orientierungssinn vertrauen. Bisher habe ich immer wieder zurück gefunden und im Notfall gäbe es ja auch noch einige Schilder, die mir den Weg zurück weisen könnten. Es gibt also keinen Grund zur Sorge.

Ich bin ganz vertieft ins Fahren und vergesse meine Gedanken, die mich sonst den Tag über in Atem halten. Der Wind bläst alles fort und lässt nur die Landschaft, das Fahrrad und mich übrig. Eine heilsame Ruhe erfasst mich und hält auch nach der Tour noch eine Weile an.

Wann wart ihr das letzte Mal ganz vertieft in eine Tätigkeit?

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41 Kommentare zu „Einfach drauflos fahren“

  1. Ich fahre fast jeden Tag mit meinem Fahrrad durch die Gegend und wenn ich meinen Fotoapparat dabei habe, bin ich meist ganz abgetaucht. Zuletzt besonders tief, als ich die Gartengestalten fotografierte, weil es so völlig neue Motive für mich waren. Ich glaube, ich habe richtig rote Ohren bekommen. Allerdings blendete ich auch den mich umgebenden Verkehr aus…. Schön, wie Du Deine Tour beschrieben hast!

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  2. Das hab ich früher auch wahnsinnig gerne mit meinem alten Drahtesel gemacht ❤ Auf den alten Dingern war das auch immer am schönsten und als ich dein Foto gesehen habe musste ich gleich an ein altes Bild von mir denken: https://p2.spin.de/user/full/df/fe/02f96f7f-69878157.jpg

    Heute bin ich eher zu Fuß auf den Feldern untwegs, mit Musik im Ohr und der Kamera in der Hand ❤ Hab aber auch leider keinen so schönen Drahtesel mehr 😦

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    1. Dein Drahtesel sieht wirklich sehr bequem aus 😉 Ich muss sagen, dass mein Sattel nicht ganz so gemütlich ist, aber was solls. Das bemerke ich irgendwann gar nicht mehr.
      Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim Fotografieren und über die Felder streifen,
      Julia 🙂

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      1. Naja, die Zeichnung ist nicht brillant geworden, aber ich bereite trotzdem noch einen Beitrag für morgen früh vor, in dem ich das Bild zeige. Ich habe Ranunkelstrauchblüten gezeichnet.
        Das Bild meiner Katze Lotta wartet noch auf die Fertigstellung. Sie hatte „keine Lust“ mehr, liegen zu bleiben 😉

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  3. Wenn ich mich mit meinem Balkongarten beschäftige und, wie Frau Holle schreibt, beim Fotografieren. Als ich neulich im Wald die Buschwindröschen „von unten“ geknipst habe, habe ich auch alles um mich rum vergessen. Schööön 🙂

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