Winterbäume und Lebenswege

Dunkel erheben sich die Zweige und Äste vor dem Himmel, malen knorrige Muster in diese Mischung aus blau und weiß mit einem leichten Stich lila.

Vielleicht sind sie ein bisschen traurig, diese blattlosen Stöcke. Vielleicht schlafen sie auch nur ein wenig. Die Farbe weicht auch im Winter nicht völlig aus ihnen. Ich sehe brauntöne, etwas grün und sogar gelb.

Eine Weide lässt ihre Äste hinabhängen, malt schmale Streifen in die Luft, wie ein Wasserfall aus gelb und orange. Ich stelle mir das Rauschen des Wassers vor, erschaffe etwas Sonne und bewundere den Moment, der schnell vorbei zieht.

Die Kälte zerrt an mir, rüttelt mich auf, macht mich nachdenklich. Ich schaue mich nun mit anderen Augen um.

Vom Boden aus führt ein dicker Stamm hinauf, wie ein Lebensweg, der aus der Erde erwächst. Dann trennen sich die dicken Äste und wir alle stehen vor unserer ersten Entscheidung. Und dann kommen immer mehr hinzu, immer mehr Wegekreuze.

Abwägen oder einfach drauflosgehen? Manchmal wissen wir gar nicht was besser ist, also probieren wie es mal so mal so, und gehen irgendwie voran. Manchmal treten wir auch auf der Stelle, warten ab, gehen ein Stückchen zurück und schauen uns einen anderen Ast an.

Wenn ich von unten den Stamm hinauf schaue, so verlieren sich die feinen Zweige im Himmel. Es ist gar nicht sichtbar, wo sie enden, ob sie überhaupt ein Ende haben. Vielleicht möchte ich das auch gar nicht wissen.

Ich kehre zurück und mache mich auf meinen eignen Weg, dankbar, dass ich ihn weiter gehen darf.

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9 Kommentare zu „Winterbäume und Lebenswege“

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