Seifenblasen

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Manchmal kommen im grauen Alltag kleine, leuchtende Überraschungen aus dem Nichts..

Diese Worte schrieb ich nach einem anstrengenden Arbeitstag vor ein paar Wochen.

Es ist früh am morgen. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, der Himmel ist dunkelgrau. Kein Stern, kein Mond ist zu sehen. Die düstere Suppe am Himmel wirkt bedrohlich. Der Morgen ist kalt und motiviert nicht gerade für den Arbeitstag, der vor mir liegt. Es regnet und ich sitze frierend im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Meine Scheibenwischer verschmieren die vielen Tropfen nur und alle Lichter rings herum werden verzerrt.

Die Straßen sind voll. Der tägliche Berufsverkehr eben. Jeder sitzt dort in seinem Auto, oder dicht gedrängelt im Bus, dessen Scheiben beschlagen sind. Wie in der sogenannten Sardinenbüchse.

Ich stehe vor der Ampel und meine Gedanken laufen hierhin und dorthin. Und dann sehe ich sie: Seifenblasen! Fröhlich und leicht schweben sie dahin, schillern in allen Farben, steigen ein wenig hinauf in die dunkle Morgenluft.

Eine Mutter schiebt ihr Kind im Buggy über die Kreuzung. Was sie wohl denkt, hat sie wohl Sorgen? Das Kind wohl eher nicht, denn es pustet weiter eifrig bunte, gläserne Kugeln in die Luft und versprüht damit ein wenig Zauber in diesen Morgen.

Und plötzlich ist der Morgen weniger grau. Ich muss lächeln und habe Lust ebenso Farben in diese ungemütliche Stimmung zu schicken. Denn sie vertreiben kurz die Sorgen, die schweren Gedanken und auch die Kälte. Es ist nur ein kleiner Moment. Aber er ist wertvoll.

Ein paar Tage später puste ich selbst schimmernde Blasen durch den Raum. Wir sollten mehr Seifenblasen in die Welt schicken. Mehr Leichtigkeit und Farbe.

Welche kleinen Details bringen euch Freude an einem kalten, düsteren Morgen?

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36 Kommentare zu „Seifenblasen“

  1. Ich liebe Seifenblasen! Vor allem als ich aufhörte zu rauchen waren sie ein willkommener Ersatz. Ich freue mich besonders über riesige Exemplare und noch mehr, wenn es mir wieder gelingt sie vollständig einzufangen. Dann puste ich ein Dutzend kleine Bläschen aus der großen heraus und amüsiere mich über die staunenden Blicke meiner Katzen, wenn sie am Boden zerplatzen

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  2. Mein erstes Buch habe ich „Schillernd wie Seifenblasen“ genannt, sie versüßen unser Leben, sie können unsere Träume aber auch ganz schnell platzen lassen.
    Heute früh haben mich der Frost und die Sonne erfreut 🙂 .
    Liebe Grüße in einen kalten Tag,
    Anna-Lena

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  3. Seifenblasen haben auf mich auch einen besonderen Reiz. Wir haben erst neulich lange einer Seifenbläserin zugeschaut.

    Ansonsten ist schöne (meist klassische) Musik aber auch immer für ein Highlight gut. Oder ein Spaziergang in der Natur. 🙂

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  4. Warm anziehen, Funktionsjacke und diese ganz bestimmte Stimmung an einem kalten und grauen Morgen in mir aufzunehmen, es ganz zu spüren und zu genießen! 🙂 Klappt immer besser, nur das mit der Sardinenbüchse ist mir ein Greuel. Daher laufe ich meist, wenn es möglich ist! Und klar, gegen ein paar Seifenblasen hätte ich natürlich auch nichts 😉

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      1. Ja, die Eilenriede bedeute mir sehr viel. Sie ist einer der Hauptgründe, warum ich in Hannover richtig gerne lebe und die erste Station, wenn ich vom Reisen zurück komme. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende. Bei mir schüttet es gerade dermaßen aus allen Kübeln, das ist selbst mir zu heavy für zu Fuß🙂

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  5. Liebe Julia,
    zwei meiner Vorschreiber haben begonnen mit „Ich liebe Seifenblasen“ und just das ist es, was mir zu deinem Beitrag als erstes einfiel. Ich liebe Seifenblasen! 🙂
    Diese schillernden leichten Teile, die natürlich zerplatzen, was ich manchmal schade fand. Beim Lesen der Kommentare fiel mir ein: Sie zerplatzen so, wie alles im Leben zerplatzt, weil nichts konstant bleibt, sondern sich verändert und weiter entwickelt (außer bestimmte Naturgesetze, die uns Sicherheit geben, die Sonne geht jeden Morgen auf und jeden Abend unter, darauf können wir uns verlassen). Wo ein Ende, da ein Anfang.
    Im Sommer hab ich mir Seifenblasen gekauft und auf meinem Balkon im 2. Stock stehend gepustet. Mit kindlicher Freude habe ich zugeschaut, wohin der Wind sie getragen hat, in welche Grundstücke nebendran und wie weit sie geflogen sind, bevor sie zerplatzt sind.
    In meinem Haus im Erdgeschoss, eine Whg. nebendran, stand der Mann auf der Terrasse und fing irgendwann ungläubig und staunend um sich zu gucken, was das ist und woher es kommt. Bis sein Blick schließlich nach oben wanderte, wo er mich stehen sah. Ich grinste und er war erleichtert zuordnen zu können, um welches Phänomen es sich hier handelt 😆
    Nun bin ich am Montag zurück in meine frisch sanierte Wohnung gezogen und habe beim Betrachten des mehr als ums doppelte vergrößerten Balkons, der noch nicht ganz fertig ist, daran gedacht wieviel Freude ich haben werde von dort – nun ein ganzes Stück weiter draußen – wieder schillernde Blasen zu verschicken und ihnen zuzugucken 🙂
    Liebe Grüße
    Marion

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    1. Liebe Marion,
      ich finde es ganz toll, dass so viele Menschen Spaß an Seifenblasen haben und auch keine Scheu davor, sich kindlich darüber zu freuen. Denn genau das ist eine wunderschöne Sache! Schön, dass du bald ganz viele Seifenblasen von deinem neuen Balkon herunterschweben lassen kannst.
      Auch wenn sie irgendwann zerplatzen, es ist dennoch wert sie in die Welt zu schicken, wie so viele andere Dinge es auch wert sind 🙂 Danke, dass du mich daran erinnert hast, dass wir uns auf bestimmte Naturgesetze verlassen können. Das gibt auch in schwierigen Momenten Sicherheit und ist eine tolle Möglichkeit sich zu erden. Vielen lieben Dank für diesen tollen Kommentar.
      Ganz herzliche Grüße
      Julia

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