Mut

Nicht alles ist wie es scheint. Manchmal verstecken sich Furchtlosigkeit oder gar Heldenmut unter dünnen Tüchern. Nur hier und dort schillert die Kraft hervor, die sich darunter verbirgt.

Es gibt Menschen, die gehen ihren Weg und bauen sich sogar aus in den Weg gelegten Felsen ein neues zu Hause. Sie lassen sich nicht beirren, trotzen allen Widrigkeiten und schreiten stolz voran. Ich bewundere diese Menschen, die zu sich stehen und ihre Ziele trotz Schwierigkeiten verfolgen.

Es ist mutig gegen den Strom zu schwimmen, den eigenen Weg zu wählen. „Nein“ zu sagen ist gar nicht so einfach. Wer auf die eigenen Bedürfnisse achtet und diese gegenüber anderen Menschen klar kommuniziert, muss auch mal mit Kontra rechnen. Mit Unverständnis. Ablehnung.

Ich fühle mich nicht mutig. Gerade wenn es darum geht eigene Schwächen einzugestehen, ist mir das sehr unangenehm. Wer versucht nicht die eigenen Unzulänglichkeiten zu verbergen? Wenigstens die Schlimmsten.

Auch wenn die Selbstachtsamkeit immer populärer wird, wer lebt sie wirklich aus? Und bis zu welchem Punkt? Wer Grenzen setzt könnte sich ja auch zumauern, oder?

Was für ein befreiendes Gefühl muss es sein, mit sich selbst völlig im Reinen zu sein, die eigenen Schwächen zu akzeptieren? Ich möchte das wissen. Deshalb habe ich einen Schritt gewagt: Ich habe ausgesprochen, dass es Dinge gibt, zu denen ich nicht in der Lage bin. Dinge, die viele andere Menschen bewältigen und die man doch eigentlich von jedem Menschen erwarten könnte. Oder nicht?

Ich versuche zu akzeptieren, dass es Aufgaben gibt, die ich (zumindest im Moment) nicht bewältigen kann. Erst muss sich der Körper wieder erholen. Ich kann nicht weiter gegen ihn ankämpfen und alle Anzeichen überhören.

Diesen Blog werde ich natürlich weiterführen. Immerhin sammel ich hier Farben für den kalten Winter.

Ich möchte mutig sein und die Freuden mit gesundem Geist und Körper genießen können!

Was findet ihr mutig und in welcher Art habt ihr bereits Mut bewiesen?

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45 Kommentare zu „Mut“

  1. … als unser Hund vor etwa einem Monat plötzlich verstarb war meine Tochter untröstlich, zumal sie wusste es würde in absehbarer Zeit keinen weiteren geben. Da machte ich den Vorschlag doch anderen Menschen bei der Hundebetreuung zu helfen… sie und alle Beteiligten sind froh! 😉

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  2. Öffentlich zu schreiben, dass manche Schwächen nicht genannt werden können, das ist mutig! Ich finde das mutig. Ebenso zu erkennen, was an der Zeit ist und was nicht. Und zu den Grenzen: Vielleicht ist das ja so, dass dann wenn der Mensch anfängt, sich der eigenen Grenzen bewusst zu werden und er diese zum ersten Mal verteidigt, dass dann ein Gefühl aufkommt, das sehr ungewohnt ist. Und Ungewohntes löst Angst aus. Ich finde das nicht außergewöhnlich, sondern ziemlich verständlich. Und deshalb kommen dann so Fragen auf: verbaue ich mich selbst; kommt niemand mehr an mich ran… Vielleicht wenden sich Menschen ab, die merken, dass sie nicht mehr alles mit dir machen können- nicht mehr über deine Grenzen gehen können… Wofür brauchst du diese Menschen? Aber es gibt Einige (!!!), die es toll und bewundernswert finden auf eine Person zu treffen, die zeigt und sagt, was sie will und was sie nicht will. Denn dann wissen die Personen, dass auch sie genauso sein dürfen und zeigen dürfen, was sie möchten und was nicht UND, dass durch solche „Grenzverteidigungen“ Freundschaften nicht kaputt gehen, sondern gestärkt werden können. Manchmal tauchen solche Menschen auf, wenn das eigene Bewusstsein für die Grenzen wächst.
    Und wann und wie oder ob etwas in Angriff genommen wird, oder auch nicht- auch das gehört doch zur Selbstbestimmung 😉
    Ich wünsche alles Gute!

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    1. Deine Worte berühren mich sehr, danke dafür. Ich werde meinen Weg mit den Schwächen und Fehlern weiter gehen, auf mich achten und auch andere Menschen wahrscheinlich mehr akzeptieren als bisher.
      Danke für deine guten Wünsche. Ich wünsche auch dir alles Gute. 🙂
      Herzliche Grüße
      Julia

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  3. Dein Beitrag hier zeigt, dass Du mutig bist!

    Vor ein paar Jahren hatte ich einen schweren Reitunfall. Ich hätte sterben oder körperlich und geistig behindert sein können durch die Kopfverletzung. (Doch, doch, ich hatte einen Helm auf!) Sobald es von den Medizinern erlaubt wurde, habe ich wieder mit dem Reiten begonnen.
    Vielleicht war das mutig. Manche sagten, es sei verrückt.
    Mut und Verrückheit liegen manchmal nahe beieinander, glaube ich.

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    1. Leider habe ich gar nicht bemerkt, dass dieser Beitrag nicht genehmigt wurde. Ist einfach im Spam-Ordner gelandet. Gut, dass ich das doch noch bemerkt habe. Dein Mut ist wirklich groß! Ich bin auch nach einem Reitunfall wieder aufs Pferd gestiegen und es war wirklich nicht einfach. Und das, obwohl ich nicht so schwer verletzt war wie du! Du warst sehr mutig. Verrückt vielleicht nur ein bisschen 😉

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      1. Danke, dass Du den Kommentar aus dem Spam geholt hast. (Ist inzwischen leider oft so, dass meine Kommentare in Spam-Ordner wandern.)
        Ja, die Sekunden vorm Wiederaufsitzen sind heftig, nicht wahr? Ich dachte, mein Brustkorb zerspringt, so wild schlug mein Herz… Viele haben gesagt *du kannst dich doch jetzt nicht wieder aufs pferd setzen nach so einem unfall!*. hätte ich auf dem weg zur arbeit einen autounfall gehabt, hätte niemand gesagt *du kannst dich doch jetzt nicht wieder ins auto setzen und arbeiten fahren!*… 🙂

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      2. Schade, dass gerade so ein toller Kommentar dort landen musste!
        Ja, es ist wirklich nicht leicht. Mir zitterten die Knie. Allerdings vertraute ich dem Pferd sehr, denn es konnte nichts dafür, dass ich verletzt wurde. Das machte es sicherlich einfacher für mich. Mit Gipsschiene ging es wieder aufs Pferd, was viele Menschen natürlich nicht verstehen konnten. Aber du hast Recht: Nach anderen Unfällen erwartet man ja auch nicht, dass man solche Situationen meidet. Vielleicht liegt es daran, dass die Meinung, ein Tier wäre unberechenbar und gefährlich, manchmal leider vorherrscht.

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  4. Ich wünsche Dir aus tiefstem Herzen all den Mut, all die Kraft und all die Energie, die Du brauchst, um Deinen Weg zu finden und ihn dann auch zu gehen.
    Mit den Grenzen ist es wohl wie mit allem im Leben: wir müssen auch hier unsere Fehler machen, um zu erkennen, was für uns passt.
    Nicht aufzugeben trotz hin und wieder Rückschlägen – das finde ich mutig.
    Liebe Grüße
    Belana Hermine

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  5. Ich war auch mal perfektionistisch und habe sehr gelitten, war nie zufrieden mit mir selbst. Heute bin ich mit mir im Reinen und mag mich so, wie ich bin. Mit fachlicher Hilfe habe ich erkannt, warum ich so hohe Ansprüche an mich stellte, dich ich nie erfüllen konnte. Seither bin ich wie ein neuer Mensch. Ich rate dir, nicht als einsame Wölfin gegen dich selbst zu kämpfen, sondern dir helfen zu lassen, wenn du unglücklich bist.
    Einen Leitsatz habe ich aber für dich, er ist so abgedroschen wie wertvoll, wenn man es sich immer wieder bewusst macht:
    NOBODY’S PERFECT! 🙂

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    1. Danke, dass du auch so offen darüber sprichst. In den letzten Jahren konnte ich hier und da schon etwas vom Perfektionismus ablegen. Ich habe viel gelernt aber es gibt immer noch mehr zu lernen, zu erfahren und neu zu entdecken. Und ich denke auf dem Weg wird es auch weiterhin viele Aha-Momente geben.
      Es ist toll zu hören, dass du mit dir im Reinen bist. Das ist so wertvoll!
      Herzliche Grüße
      Julia

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      1. Ich bin eben auch älter als du. Im Lauf des Lebens lernt man viel, wenn man die Dinge immer wieder hinterfragt. Ich wünsch dir alles Liebe und einen schönen Tag, an dem du Schwächen haben darfst. Wir haben dich trotzdem genauso gern. 🙂

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  6. Auf seine Gefühle und Bedürfnisse zu hören heißt für mich stark zu sein. Seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen dann auch zu folgen ist in meinen Augen mutig, da es doch oft schwer fällt nicht den Ansprüchen des Gespenst „Gesellschaft“ gerecht werden zu wollen.

    Alles Gute für dich!

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  7. Dein Beitrag berührt mich sehr.
    Wenn wir alle mehr Schwächen zulassen und zugeben würden, wäre das Leben für alle schöner. Das Miteinander wäre ehrlicher und authentischer. Ich glaube viele leiden darunter, immer stark wirken zu müssen.
    Mir kam noch ein Gedanke: Ich glaube die Umweltzerstörung wäre nicht so weit fortgeschritten, wenn wir Schwäche zulassen und dem ständigen Leistungsdruck widerstehen würden. Immer sind wir am arbeiten und produzieren – noch mehr, noch schneller … Alle rennen mit. Was kommt dabei raus? Massen an Produkten, die niemand braucht, riesige Müllberge, abgeholzte Wälder… Es ist kann also absolut sinnvoll sein, nicht leistungsstark zu sein.
    Ich persönlich habe auf meinem Blog über meine Essstörung und über mein teilweise extremes Lampenfieber vor Auftritten geschrieben. Das wäre bis vor wenigen Monaten undenkbar für mich gewesen. Und auch jetzt denke ich öfter darüber nach, ob mir diese Ehrlichkeit beruflich einmal schaden wird.
    Alles Gute für Dich!

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    1. Vielen, vielen Dank liebe Katrin für deine Worte. Ich denke auch, dass die Welt ganz anders wäre, wenn wir offener mit unseren Schwächen umgehen würden. Dieser Leistungsdruck bringt zahlreiche Probleme mit sich. Vor allem psychische Erkrankungen werden immer mehr..
      Ich schaue mal auf deinen Blog, es interessiert mich sehr, was du dort geschrieben hast. Wie du merkst bin ich hier sehr vorsichtig über zu private Dinge zu schreiben. Aber vielleicht ändert sich das auch noch.
      Bitte bleib so ehrlich!
      Ganz liebe Grüße und alles Gute auf deinem Weg,
      Julia

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  8. Liebe Julia, eigentlich ist schon alles gesagt worden und ich schließe mich den meisten Gedanken an. Für mich persönlich war es wichtig zu erkennen, wer ich eigentlich wirklich bin. Welche Meinungen wirkten von außen auf mich ein, die ich jahrelang zu meinen eigenen Überzeugungen gemacht habe? Darunter v.a der Satz: Du musst stark sein. Und so gab es noch einige weitere von diesen falschen Glaubensätzen, die dazu führten, dass meine äußere Welt gar nicht meiner inneren Welt entsprach. Ehrlichkeit zu sich selbst, war für mich ein wesentlicher Schritt dazu, dass ich heute authentisch lebe und immer stärker meinem inneren Kompass nachgehe! Das wünsche ich Dir auch. Alles Liebe!

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    1. Stark sein zu müssen war bei mir immer sehr zentral. Ich glaube da habe ich auch einige solcher falschen Glaubenssätze angesammelt. Vielen Dank für deine guten Wünsche. 🙂
      Herzliche Grüße und alles Liebe,
      Julia

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  9. Liebe Julia,
    ehrlich zu sich selbst zu sein ist zweifellos ganz wichtig und ich glaube zunächst ist es wichtig bereit dafür zu sein.
    Für mich persönlich ging der Prozess nur in kleinen Schritten voran. Jede Meinung über mich, die ich gerne behalten wollte, war sehr schmerzlich zu verlieren, wenn jemand der mir recht nah war und mich gut kannte „dagegen geklopft“ und mir klar gemacht hat, dass ich das gar nicht bin. Ein Zeit und Geduld brauchender schmerzlicher Prozess mein „altes Ich“ nach und nach zu verlieren, was auch mit der Angst einher ging: Was bin ich noch wenn ich nicht mehr bin was ich glaubte zu sein?
    Aber ich möchte nie mehr zurück. Tatsächlichen Herzensfrieden konnte ich nur auf diesem Weg zeitenweise finden. Nicht, dass es mir immer nur gut ginge, aber inzwischen schätze ich das eins zu eins mit mir zu sein, egal ob das dann gerade traurig, ängstlich oder auch happy ist. Sich nicht mehr zu fürchten vor bestimmten Gefühlslagen, einfach leben…
    Vielleicht hört der Weg dahin nie auf. Ich bin zwar zufrieden wo ich damit jetzt stehe, aber die Welt sich weiter drehen lassen und zulassen, dass ich mich dabei unweigerlich weiter mit verändere, dazu bin ich nicht nur bereit, ich freu mich auch was mich unterwegs noch alles erwarten wird. Es ist nicht immer einfach, aber ich empfinde es als äußert lohnend.
    Alles Liebe für deine persönlichen Schritte und den Weg, der sich für dich daraus ergibt, von ❤
    Marion

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    1. Liebe Marion,
      besser in kleiner Schritten voran gehen als gar nicht. Das japanische System „Kaizen“ funktioniert genau so: Stetige Veränderung in kleinen Schritten. Stück für Stück. Ich denke das ist auch am gesündesten für uns. Schließlich sind wir Gewohnheitstiere. Wir müssen uns langsam an neue Dinge gewöhnen.
      Aber ja, es ist schwierig nach und nach Gewohnheiten zu verlieren, einen Teil von sich selbst abzugeben..
      Ich freue mich sehr, dass dieser Weg für dich gut war und du dich nun viel besser fühlst. Der Weg ist das Ziel, das klingt vielleicht so abgedroschen aber irgendwie stimmt es doch. Das Leben ist Veränderung und wir sind mittendrin und verändern uns. Eigentlich sehr spannend zu beobachten, was sich so entwickelt, wie wir und unsere Mitmenschen sich entwickeln.
      Auch dir wünsche ich, dass dein Weg dich zu vielen Freuden und schönen Momenten führt.
      Alles Liebe,
      Julia

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      1. Ja, es ist vielleicht ähnlich wie beim Abnehmen. Je schneller jemand abnimmt, umso schneller nimmt er wieder zu, sagt an immer (ich hab keine praktische Erfahrung damit, da ich von Natur aus eine immer eher schlanke Statur hatte).
        Wenn man sich verändert und das zu schnell, ist die Gefahr vielleicht größer wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen. Langsame bedachte Schritt für Schritt Veränderungen dagegen können greifen, ein Teil von einem werden und einen so stetig voran bringen.
        Na dann mal… Tippel, tappel… 🙂

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