Das letzte Sonnenwochenende

Nun liegt das Wochenende, an dem noch warm die Sonne schien, schon eine Weile hinter mir.

Jetzt, wo es draußen düster und kalt ist, erinnere ich mich aber sehr gerne daran. Ein wenig kommt sie dadurch zurück: Die Sonne und ihre Wärme.

Der Weg beginnt am Fuße eines kleinen Weinberges und schlängelt sich hin und her. Auf halber Höhe gibt es die Möglichkeit zu rasten und den Wein zu feiern. Ich gebe zu: Ich trinke nicht einmal Wein. Aber schön ist es hier.

bearbeitet

Oben angekommen, schwebt der Blick über die Reben und den Rhein, bis auf die andere Seite.

Dann geht es hinein in den Wald und plötzlich ist mal wieder der Weg futsch. Das kenne ich doch schon irgendwoher. Also geht es querfeldein, ungefähr in die entsprechende Richtung und dank meines Orientierungssinns lässt sich auch irgendwann wieder der rechte Weg finden.

Rechts ist der Wald, links sind die Wiesen. Dort entstand auch das Titelbild. Blauer Himmel, Sonne und eine hübsche Aussicht. Ich atme die warme Luft ein und bin froh, über diesen Sonnentag. Auf der längeren Strecke mitten in der Sonne schwitze ich sogar richtig. Was ein warmer Spätsommer!

Der Weg führt nach dieser langen Wegstrecke in der Sonne nun wieder in den kühlen Wald und bald darauf gibt es die Möglichkeit, sich ein altes Gemäuer anzusehen: Die Klosterruine Heisterbach.

Am Eingangstor begrüßt mich ein steinernes Gesicht. Ich frage mich, was dieser Herr wohl schon alles gesehen hat. Wer ging schon hier ein und aus, was hat sich ereignet? Ich finde, er sieht schon ein wenig müde aus und gar nicht so interessiert, wie ich es bin.

gesicht

Die Neugier führt mich weiter zur Klosterruine. Ich liebe es solch alte Gemäuer aufzusuchen.

ruine

Ich streife durch die Ruine, die auf der einen Seite von der Sonne erhellt wird, auf der anderen im dunkeln liegt. Obwohl von diesem Bauwerk nicht mehr viel übrig ist, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

gemaueer

Meine Fantasie schweift wieder ab, klettert durch Jahrhunderte und entdeckt fremde Gestalten. So eine Zeitreise würde mich schon sehr reizen.

Stattdessen wende ich mich den anderen Gebäuden zu. Mein Blick bleibt bei dieser Glocke hängen und klebt geradezu daran.

glocke

Wozu wurde sie wohl genutzt? Und wie lange hängt sie schon dort? Sicherlich könnte ich mich darüber informieren, aber manchmal reicht mir schon meine Vorstellungskraft. Manchmal ist die viel spannender als die Wahrheit.

Besonders angetan hat es mir übrigens noch diese Tür.

tuer

Ist sie nicht ganz besonders hübsch und inspirierend?

Der kurze Weg zum Ausgangspunkt dieser Wanderung führt durch ein kleines Tal. Der Bach plätschert vor sich hin und die ersten Häuser hinter dem Wald, scheinen mir schöne Wohnorte zu sein. Mitten in diesem kleinen Tälchen, direkt am Bach, mit blumigen Gärten und Baumhäusern darin. Neugierig schaue ich über die Zäune und frage mich, wie es hier wohl ist, wenn man in solch einem Haus wohnt.

Das Ende dieses Ausflugs holt mich zurück in die Realität. Schön wars, denke ich mir. Und heute denke ich gerne zurück daran. Vor allem an die Wärme.

Denkt ihr auch ein bisschen wehmütig zurück an die warmen Tage? So lange ist es ja noch nicht her, aber mir fehlt die Sonne. Zum Glück ist sie nicht ganz verschwunden. Ich genieße die Momente, wenn die Sonne zwischen den Wolken hervor lugt. Auch, wenn sie nicht mehr so stark ist.

Ich wünsche euch ein schönes Herbstwochenende!

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10 Kommentare zu „Das letzte Sonnenwochenende“

  1. Sehr spannend, dein Weg…
    Ja, mir fehlt die Sonne auch, wenn so graue kühle Tage sind wie heute.
    Aber innerlich bereite ich mich ohnehin auf die kommende Zeit vor, auf die ich fast schon das ganze Jahr gewartet habe (Sanierung meiner Wohnung), wo ich raus muss und es ganz furchtbar ungemütlich finde, dass ich das muss. Andererseits weiß ich, dass mich diese fünf Wochen wachsen lassen und bereichern werden und freue mich schon auf eine schöne neue Wohnung nachher, Sonne hin oder her 😉

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      1. Danke Julia 🙂
        Irgendwie scheint meine Seele eine Menge mit mir vorgehabt zu haben in diesem Leben. Es bleibt mir nichts als zu folgen, auch wenn ich mich – wie die meisten – oft lange sträube, wenn ich nicht gegen meine Seele arbeiten möchte. Und die Erfahrung habe ich nun hinreichend gemacht, dass alles, was ich besonders schwierig empfand, mir umso größere Entwicklung und Lohn gebracht haben im Anschluss. Also weiter…

        Gefällt 1 Person

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