Glück im Pech

Schnell wollte ich nach der Arbeit mit dem Fahrrad losdüsen. Schließlich war der Kühlschrank mal wieder leer. Aber ich fuhr los und merkte sofort: Da stimmt etwas nicht.

Der hintere Reifen war platt. Das kann doch nicht wahr sein! Schnell das Rad wieder festketten und zu Fuß gehen. Oder besser gesagt: Hetzen.

Da ich keine Zeit für eine Reparatur hatte stand das Rad nun einige Tage (oder sogar Wochen?) herum. Jetzt, am letzten Wochenende kam ich endlich dazu es zu reparieren. Und was soll ich sagen? Ich hatte mich eingestellt auf ein lästiges Ausbauen des Hinterrads (bei Hollandrädern mit Kettenschutz eine langwierige Angelegenheit), auf langes rumschrauben, vielleicht sogar auf ein unlösbares Problem. Seit Tagen hatte ich dieses Ärgernis im Hinterkopf: „Das muss ich dringend erledigen, dieses blöde Fahrrad!“ Eine sehr lästige Angelegenheit.

Aber es kam anders. Ich stellte fest, dass das Ventil fehlte. Ob nun geklaut oder sonstwie abhanden gekommen: egal. Das Problem müsste leicht zu beheben sein, solange wirklich nur ein fehlendes Ventil das Problem ist. Ich hatte sogar noch ein neues Ventil zwischen meinem Werkzeug versteckt, das ich einfach nur eindrehen musste. Beim Aufpumpen hatte ich noch dazu tatkräftige Hilfe. Vielen Dank an dieser Stelle 🙂 Das Problem war somit schnell gelöst, worüber ich sehr überrascht war.

So wurde aus vielen negativen Gedanken („Wieso muss mir das ausgerechnet jetzt passieren? Wieso immer ich? Hilfe, wie löse ich das Problem nur ich habe doch gar keine Zeit und keine Ersatzteile und nichts..“) reine Dankbarkeit, Erleichterung und ein richtiger Freudenmoment.

So einfach kann das manchmal sein! Hattet ihr auch schonmal Glück im Unglück und habt euch über die gute Wendung gefreut?

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22 Kommentare zu „Glück im Pech“

  1. Das ist mal wieder eine so schöne Geschichte, die das Herz wärmt.
    Mir fällt dazu auch etwas ein:
    Einmal bin ich mit Rad und Kamera unterwegs gewesen. Auf einer Wiese waren fast alle Störche der Umgebung und einige Graureiher versammelt . Ich freute mich so und wollte loslegen. Es sollten die besten Fotos der Saison werden. Ging nicht. Speicherkarte steckte im PC zu Hause. War ich sauer! Aber nur ganz kurz. Dann habe ich mich hingesetzt und einfach genossen. Ganz lange zugesehen und mich über die wunderbaren Vögel gefreut.

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    1. Das ist auch eine sehr schöne Geschichte. Manchmal bringen uns solche Ereignisse dazu, mehr in uns und in die Natur reinzufühlen. Bringen uns also im Grunde wieder mehr zurück zu uns selbst und weg von den Ärgernissen.
      Alles Liebe,
      Julia

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  2. Deine Erleichterung kann ich mir gut vorstellen, liebe Julia.
    Ich ärgere mich auch darüber, dass es i m m e r wieder der Hinterreifen ist und nicht der Vordere..komisch.
    Worst Case..denke ich dann..na klar!
    Um so größer ist dann die Freude wenn es sich in Luft verpufft 🙂
    Herzlich
    Ellen

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    1. Liebe Ellen, ich verstehe einfach nicht wieso es immer der hintere Reifen sein muss. Da geht es mir genauso wie dir 😉 Das ist wirklich Worst Case und die Erleichterung, wenn es dann doch schnell behoben ist, die ist wirklich riesig!
      Liebe Grüße,
      Julia

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    1. Das ist wirklich ärgerlich. Mir ist die Kette mal auf dem Weg zu einer wichtigen Prüfung zerrissen.. Mit Ach und Krach bin ich dann aber doch noch irgendwie von A nach B gekommen und habe sogar eine gute Note geschrieben 😉 Ein Schrecken mit glücklichem Ende! Nur mein Rock, der war danach wegen der dreckigen Kette für immer zerstört..
      LG
      Julia

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  3. Wir waren vor kurzem in Kroatien in Urlaub und stellen am zweiten Tag fest, dass das Portemonnaie meines Lebenspartners verschwunden war, mit allen Kreditkarten drin! Als letzte Möglichkeit fiel uns eine Tankstelle auf der Herfahrt ein, und tatsächlich, dort hatte es ein ehrlicher Mensch gefunden und abgegeben. Am nächsten Tag holten wir es ab und nutzten die Gelegenheit, um die Dörfer im Umland zu besuchen. Es war ein schöner Tag! 🙂

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      1. Verstehe. Finde ich auch gut.
        Aber es gibt Sachen, wo ich mich nicht ran traue oder überfordert fühle, dafür zahl ich dann schon was, damit es erledigt wird und ich die Sachen wieder zur Verfügung hab.

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    1. Auch die teuren Modelle schützen nicht unbedingt. Trotz 3 Schlössern, eines davon ziemlich dick und teuer, wurde mir mein Fahrrad gestohlen. Mir wurde noch berichtet, dass man einen Herrn damit wegfahren sah, der zuvor mit einer elektrischen Säge zugange war.. 😉

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  4. Schön, dass Du Glück hattest und alles dann viel einfacher war als gedacht, bei mir ging’s heute anders herum. Die ersten beiden Fahrräder für meine Spendenaktion waren schnell zusammengebaut, aber aus den restlichen 3 kaputten wollen einfach keine 2 heilen werden. Schau’n wir mal, ich stelle die Ruinen mal ein paar Tage weg, und dann sehen wir weiter.

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