Ausblicke, Phantasien und Schafspfade

Der Blick von hoch oben entlohnt für jeden anstrengenden Aufstieg. Deswegen wandere ich gerne Hügel und Berge hinauf. Die Neugier auf den Ausblick ist groß.

Manchmal aber ist der Berg zu hoch, der Weg zu steil, die Zeit zu knapp.. Aber wozu gibt es Bergbahnen und Lifte? Ich gebe zu: Irgendwie fühle ich mich immer sehr faul, wenn ich mich nach oben schaukeln lasse. Aber immerhin: Ich lasse mich nicht von Gipfel zu Gipfel tragen, sondern laufe auch selbst noch herum. Mal mehr mal weniger.

Für diesen Ausblick musste ich schon ein wenig schnaufen. Aber wie so oft war es die Mühe wert. Und natürlich wollte ich noch höher hinaus, noch um die nächste Ecke und dann noch weiter hoch am Bergkamm entlang..

Und dahinter liegt schon wieder der nächste Gipfel, ein ganz neuer Anblick, ein neues Tal, durch das ein Bächlein fließt.

Die Felsen im Bachlauf inspirieren mich sofort zu einer Idee. Sicherlich waren es Riesen, die diese Felsen dorthin geschleudert haben. Bei einem Wutausbruch oder so. Manchmal beißen sie vor Wut auch in einen Berg und spucken Gesteinsbrocken wieder aus. Wieso sehen sonst manche Bergkämme so angeknabbert aus? Da ist doch ganz deutlich zu erkennen, wo die Zähne sich eingegraben haben! Und wieso liegt hier überall Geröll?

Nun, ich erlöse euch besser von meinen Phantasien! Zurück zur Wanderung.

Der Anblick der Berge rund herum war wirklich atemberaubend schön. Doch es sollte mehr als eine schöne Wanderung werden. Plötzlich war nämlich der Weg weg. Einfach futsch. Der kleine, bis dahin gut markierte Weg, war einfach verschwunden. Was tun? Ich bahnte mir meinen Weg möglichst so ähnlich wie auf der Wanderkarte markiert. Leider war diese sehr undeutlich und so lief ich erstmal ohne Weg und Steg. Aber dafür habe ich bestimmt andere Ausblicke entdecken können als auf der geplanten Strecke.

Ich gebe zu: das Gefühl den Weg zu verlieren ist nicht besonders angenehm. Zum Glück waren die Berge nicht unbewohnt: Es gab kleine Pfade, die mancherlei Wesen mit der Zeit ertrampelt hatten. Schafspfade. Ich hielt mich an die, auf eine etwas andere Art „markierten“, Steige und irgendwann gelangte ich auch wieder auf den von Menschen mit Farbe markierten Weg. Puh! Genug Abenteuer, oder?

Naja, am Ende wurde es noch eine ziemlich rutschige und heikle Angelegenheit. Hin und wieder verschwand der Weg und es ging mitten durchs Bachbett, über ganz viel Geröll und rutschigen Untergrund. Da habe ich die Kamera besser gut verstaut. Wenn ich mich unfreiwillig auf den Hintern setze ist so ein Fotoapparat nicht gerade praktisch in den Händen zu halten.

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an die fleißigen Schafe. Ihre Trampfelpfade sind wirklich besser erkennbar als die offiziell ausgewiesenen Wanderwege.

Was habt ihr auf Wanderungen in den Bergen schon so erlebt? Da ich schon als Kind mitgewandert bin, habe ich schon einige lustige, seltsame und unvergessliche Momente gesammelt 😉 Damit bin ich sicherlich nicht allein, oder?

 

 

 

 

 

 

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51 Kommentare zu „Ausblicke, Phantasien und Schafspfade“

  1. Tolle Fotos und wie immer eine sehr spannende Beschreibung deiner Gefühle dabei. Fühlt sich nach Freiheit und Abenteuer an…
    Als Kind war ich auch dabei, wenn wir als Familie oder im Familienverbund gewandert sind. Einmal suchten wir den „Pulverwirt“, verirrten uns wohl, kamen in eine hohle Gasse, liefen endlose Stunden und irgendwann war es Zeit, dass der Onkel zugab, dass er sich nicht mehr auskannte und zuletzt saßen wir in irgendeinem Restaurant, wir waren alle recht hungrig und durstig geworden.

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      1. Erschöpft waren wir wohl alle und deswegen einfach froh, dass wir uns wieder auskannten und was zu Trinken und Essen bekamen. Den Pulverwirt, zu dem wir eigentlich wollten, haben wir nie gefunden. Auch wenn uns der Onkel stundenlang bei Laune hielt mit: Wir müssen bald da sein, er kommt bald… Irgenwie graben sich so „missglückte“ Wanderungen ein, weil man oft länger gelaufen ist als geplant und zuletzt einfach froh ist, heil zurück zu kommen und es geschafft zu haben.

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  2. Ich hoffe doch, Du hast jemanden von Deiner Wanderung informiert?? Zeigefinger! 😉 Ne, im Ernst, wandern in den Bergen kann gefährlich werden. Das Wetter kann schnell wechseln und Du bist im Wolkennebel ohne Sicht! Gefährlich, dann ohne Weg orientierungslos herumzutapern. Ist mir ein Segen noch nie passiert, aber ohne GPS und Pfeife gehe ich nicht los. Da oben auf dem Gipfelkamm zu stehen mit einer grandiosen Weitsicht ist das Schönste für mich, dss es gibt. Ganz intensiv das letzte Mal in den neuseeländischen Alpen am Milford Sound erlebt. Unbeschreiblich!!
    LG Simone

    Gefällt 2 Personen

      1. Guten Morgen Julia.
        Manchmal muss man sich schon selbst dazu bringen, die Glücksmomente, die kleinen Juwele, die am Wegesrand liegen, wahrzunehmen und aufzusammeln.
        Ich wünsche Dir einen schönen Start in diesen Tag.
        LG
        Thomas

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      2. Guten Abend Thomas,
        genau das ist es, was ich hier mit diesem Blog mache. Ich versuche die Glücksmomente am Wegesrand zu sehen, zu sammeln und dann mit euch zu teilen 😉 Das ist eine gute Übung. Ich hoffe du hattest einen guten Wochenstart.
        LG
        Julia

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      3. Guten Abend Julia,
        nach 2 ½ Wochen Urlaub war der Start heute früh etwas ungewohnt. Mal nicht schlafen, bis ich aufwache, sondern unsanft von einem Gerät geweckt zu werden, was sich Wecker nennt. Dann durch Staus quälen und ins Büro. Dort aber Glücksmomente gesammelt, weil ich gleich herzlich begrüsst wurde. Der Tag war gut… der Abend noch viel schöner, weil ich mich nett mit einem wunderbaren Menschen unterhalten habe, nur online, aber nicht minder herzlich…
        Und diese Glücksmomente hier im Blog… ich hab sie eben beschrieben 😉
        Dir noch einen schönen Abend und eine Gute Nacht jetzt oder später?
        Liebe Grüsse
        Thomas

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      4. Guten Morgen Thomas,
        für mich war es auch sehr ungewohnt nach meinem Urlaub wieder zur Arbeit zu gehen. Ich denke mit Wehmut an die sonnigen Tage und die schönen Momente zurück und versuche auch im Alltag das Schöne zu sehen. Ich schätze die lieben Menschen sehr, die hier schreiben und auch so wundervolle Blogs haben. Das ist immer ein Lichtblick 🙂 Ich wünsche dir einen Tag zum Glücksmomente sammeln, heute 😉
        Liebe Grüße
        Julia

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      5. Guten Morgen Julia,

        ja, lass uns Glücksmomente sammeln und heute Abend berichten wir uns einander, welche es waren.
        Auch Dir einen feinen Tag und vielen fröhlichen und glücklichen Momenten.

        Liebe Grüsse
        Thomas

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      1. Ja, das wäre wirklich schön! 🙂 Aber es waren „nur“ knapp 2 Wochen.. Von denen berichte ich aber ausführlich und erst nach dem Urlaub, denn währenddessen vorm PC oder besser gesagt Notebook zu sitzen, finde ich irgendwie blöd. Daher die verspätete Berichterstattung 😉

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      2. Aber klar doch: warum im Urlaub am Laptop sitzen. Da hat man doch Besseres zu tun. Und nachher ist es ja immer noch Zeit genug, die Bilder zu bloggen. Ist dann ja auch fuer Dich ein schoenes Nacherleben!
        Hab’s fein,
        Pit

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      3. So geht es mir auch, und deswegen schaue ich ab und zu auch mal wieder (ur)alte Bilder an. Un manchmal zeige ich sie ja auh in meinem „Bilderbuchblog“ [https://pitsbilderbuch.wordpress.com/]
        LG,
        Pit

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  3. Riesen die an den Bergen knabbern … ob du wohl irgendwann mal ein Kinderbuch herausbringst? ^^

    Das mit dem Verlaufen ist mir auch schon mal passiert. Ohne Karte, mit Google Maps. Plötzlich war der Weg zu ende und vor mir umgestürzte und umgesägte Bäume. Im Gegensatz zu dir hatte ich niemanden dabei und bekam auch schon leicht Angst, empfand es nach einem Moment aber auch als spannend und befreiend. Dadurch verlängerte sich mein Weg, die Wasserreserven gingen zu neige, und die Sonne brannte währenddessen vom Himmel … das war ganz schön anstrengend und ich war tierisch froh, in der Herberge den Kühlschrank mit kalten Getränken plündern zu können.
    Das war eine Erfahrung für sich 🙂

    Wirklich eine sehr schöne Erzählung mit sehr schönen Bildern von dir!

    Viele Grüße
    Sebastian

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    1. Kinderbuch? Darf man für erwachsene Menschen nicht auch phantasievoll sein? Ich weiß, solche Ideen werden eher mit Kindern assoziiert. Aber warum eigentlich? Wollen Erwachsene nicht auch solche Geschichten hören, Märchen lesen? Bitte verstehe das nicht als Kritik an deinen Worten. Ich würde es nur gerne besser verstehen. 😉
      Zum Glück war nur einfach der Weg weg und die Richtung konnte ich noch sehr gut einschätzen und wusste auch, wo es inetwa wieder zurück geht. Mein Orientierungssinn lässt mich zum Glück selten im Stich. Aber es ist dennoch immer wieder beunruhigend, wenn solche Dinge passieren. Wobei es in deinem Fall ja zu einer besonderen Erfahrung geführt hat 🙂
      Liebe Grüße
      Julia

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      1. Keine Ahnung ob Erwachsene auch solche Bücher lesen wollen. Musst du wohl einen fragen ;-). Ich lese auf jeden Fall gerne Phantasy!

        Meine Anmerkung mit dem Kinderbuch war gar nicht als Einschränkung gemeint, sondern das Erste was mir dazu einfiel. Wenn ich mich jetzt nach dem Warum frage wohl deshalb, weil ich überwiegend als Kind die Möglichkeit zum Träumen bekommen habe – was mir übrigens positiv in meiner Erinnerung geblieben ist. Damals gab es ausschließlich solche schönen Märchenbücher wie Momo oder die unendliche Geschichte und niemand hat verlangt Hausaufgaben zu machen oder seine Nase in irgendwelche Lernbücher zu stecken.

        Natürlich kann ich jetzt nur aus meiner Sicht erzählen, aber je älter ich wurde desto weniger Zeit blieb zum Träumen. Meine Phantasie änderte sich damit auch. Früher Riesen, Ritter, Prinzessinnen und Drachen. Heute eher Phantasien über Jobverlust, Krankheit, Tod oder Erwartungen die ich nicht erfüllen kann. Ich denke mal es geht vielen anderen Menschen genau so, weswegen es meiner Meinung nach durchaus Sinn macht, dass ich deine Schilderungen eher mit Kinderbüchern assoziert habe.

        Wenn ich mir das so durchlese und Revue passieren lasse, denke ich, dass mehr Erwachsene ihre Phantasie wiederentdecken sollten.

        Behalte dir deine Gabe, sie ist wunderbar und kann Anker und Inspiration in einer teilweise grauen Welt sein 🙂

        Hab nen guten Start in die Woche!

        Liebe Grüße
        Sebastian

        Gefällt 1 Person

  4. Oh ja Wandern ist immer toll!
    Mein schönstes Wandererlebnis war bisher, als ich mit meinen Freunden dabei war den Berg hoch zu kraxeln.
    Wir wussten nicht, wo der Weg weiterging. Ich schlug vor mal durch den Busch zu gehen.
    Und tatsächlich. Was uns erwartete, nachdem wir die Zweige des Busches etwas beiseite geschoben hatten, war atemberaubend. Ein kleiner Felsvorsprung. Und dann die Kante. Es ging mindestens 600 Meter steil nach unten. Wow!

    Gefällt 1 Person

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