Von seltsamen Fratzen und gefräßigen Bäumen

Brunnen

Am Wochenende bin ich in eine seltsame Welt eingetaucht: Die Welt der Märchen. Und diese ist ganz schön gruselig..

Eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit ist befremdlich aber auch spannend. Alte Märchen und Geschichten sind oftmals grausam und zeigen, wie anders das Leben der Menschen damals war. In dieses andere Leben hineinschnuppern zu können ist ein besonderes Gefühl.

Es gibt viele Dinge zu entdecken. Alte Gepflogenheiten und Sorgen, Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten aber auch einen anderen Zusammenhalt, ein anderes Lebensgefühl. Ob das nun überwiegend besser oder schlechter als heute ist möchte ich gar nicht bewerten. Allerdings fällt mir auf, dass alte Märchen und Erzählungen oft sehr grausam sind. Der Alltag der Menschen scheint so viel beschwerlicher auf eine andere Art als heute. Und auch die Kunst und Ästhetik ist ganz anders.

20160806_144601Der Wasserspeier mit seinen spitzen, langen Ohren sieht nicht gerade freundlich aus. Eine Mischung aus Tier, Mensch und Phantasie mit nicht gerade vertrauenserweckenden Zügen.  Ob das schon immer so war?

Ich streife durch den Märchenwald und frage mich, wie dieser wohl damals auf die Menschen gewirkt hätte. Ob sie sich wohlgefühlt hätten oder sich gar gefürchtet hätten? Wäre das ein Ort für Kinder, zum Amüsieren oder gar nicht von Interesse?

Auch die Bä20160806_150547ume hier sind irgendwie anders. Dieser hier vereinnahmt die alte Tafel, auf der etwas zu den 7 Zwergen geschrieben steht. Moosbewachsen und alt. Wie lange er wohl schon hier steht?

Kurz bevor ich den Märchenwald verlasse, fällt mir noch diese Gestalt auf.

20160806_152803Diese Fratze schielt an mir vorbei und ich weiß nicht recht, ob ich lachen oder mich etwas gruseln soll. Aus einem Gesicht wird allzu schnell eine Grimasse. Dafür muss sie nur ein wenig von der Norm abweichen.

Wir Menschen sind schon seltsam geprägt und ich denke dies ist sogar je nach Traditionen und Erziehung völlig unterschiedlich.

Wirklich spannend, so ein Ausflug. Er bietet Denkanstöße und ruft alte Erinnerungen hervor. Sehr inspirierend!

Kennt ihr noch all die Märchen von früher? Seid ihr damit aufgewachsen? Welches mögt ihr besonders oder welches gar nicht?

 

 

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43 Kommentare zu „Von seltsamen Fratzen und gefräßigen Bäumen“

  1. Märchen sind Erzählungen vom Leben bzw Lebenswegen.Sie sind nicht mehr oder weniger grausam als das Leben selbst. Märchen erzählen uns vom Aufbruch,der Verwandlung und den Wünschen( die auch Verwünschung sein können)

    Märchen sind wie Ohrlichter, sie lassen ohne Moral etwas erkannt sein.

    Meine Lieblinge:

    Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren

    Der Bursche der keine Geschichte kannte

    Die Beutelratte die sich fledermauste

    Der Tod und das Knäckebrot

    Wenn du Märchenfan bist schau doch mal auf der Seite der Europäischen Märchengesellschaft vorbei.

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  2. Märchen sind aussagekräftige Bilder. Sie erklären das Leben. Sie helfen Kindern, zu verstehen. Darum wäre es so wichtig, sie ihnen zu erzählen. Ich habe aber immer mehr Kinder kennengelernt, die Märchen nur aus dem Fernsehen kennen, wenn überhaupt.
    Ich hatte eine Tante, die erzählte immer Märchen morgens im Bett, wenn sie bei uns übernachtete. An die „Prinzessin auf der Erbse“ erinnere ich mich besonders gerne. Und Hänsel und Gretel finde ich heute noch toll, besonders als Oper! Aber auch Harry Potter hat es mir angetan. Ich rechne den einfach mal zu den Märchenwesen.

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    1. Da in Märchen oft Motive verwendet werden, die wir heute gar nicht mehr so gut kennen, finde ich „moderne“ Märchen gar nicht so verkehrt 😉 Aber ich finde es auch schade, dass immer weniger Kinder mit den alten Märchen aufwachsen. Wobei ich mir da immer wieder die Frage stelle, ob sie im heutigen Kontext noch richtig verstanden werden. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich mich damit auch ein wenig im Rahmen meines Studiums beschäftigt habe 😉

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      1. Das waren meine schönsten Unterrichtseinheiten und ich habe sie in bester Erinnerung. So viele Fächer konnten einbezogen werden: Kunst, Werken, Deutsch, Sachkunde, freies Spielen, Musik……

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  3. Morgen ziehe ich mit dem Spinnrad und dem Wollkorb in den Landkreis zu Senioren. Und natürlich nehme ich Märchen mit, wie immer, wenn ich am Spinnrad sitze. Überhaupt, das Spinnen spielt in vielen Märchen eine große Rolle und meist gibt es Tränen, weil es eine elende Schinderei war, die meist nicht viel einbrachte. Vom Prinzen haben bestimmt viele geträumt. 🙂

    Als ich vor vielen Jahren meinen Kindern Märchen vorlas, habe ich sie oft umgedichtet, weil sie mir zu grausam erschienen. Später, als meine Kinder selber lesen konnten und auch das Ende schon kannten, empfanden sie diese Grausamkeit nicht bedrohlich.

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    1. Was eine schöne Beschäftigung heutzutage: Spinnen und Märchen erzählen. 🙂 Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei. Dass du früher die Märchen umgedichtest hast, kann ich gut nachvollziehen. 😉

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