Auf Schatzsuche

Zwischen Dauerregen und Hitzetagen, wenig Freizeit und minimalen Ruhepausen liegen verborgene Schätze. Solange ich dafür offen und aufnahmefähig bin. Mit diesem Wissen versuche ich das Alltägliche und Wunderbare in mich aufzusaugen.

Noch vor ein paar Monaten hätte ich nicht sagen können, wie der Sommer wird. Wo ich sein werde, was ich tun werde, was es zu entdecken gibt. Ob ich arbeite oder Urlaub mache, welche Menschen ich treffe und ob ich mit ruhigen Gedanken die Zukunft erwarten kann.

Ungewissheit kann ein störender Begleiter sein. Wie eine unnütze Augenklappe. Sie verdeckt Sonnenstrahlen, Details und schränkt das volle Wahrnehmungsspektrum ein. Sie schafft Platz für Unsicherheit und Angst. Zu viel Platz.

Wenn ich mit wachen Sinnen umher streife, gibt es aber so vieles zu entdecken. Trotz Ungewissheit als launigen Begleiter. Das Prasseln des Regens auf dem Schirm, die duftende Luft, eine neugierige Schnecke, die mir die Fühler entgegen streckt und mich betastet. Lachende Kinder, die durch den Regen rennen und freudig in Pfützen springen. Ein einsames Blümchen in der Betonwüste. Das freundliche Lächeln eines Unbekannten.

Die Ungewissheit wandelt sich zu Neugier.

Ich stelle mir vor, wie die Neugier als kleines Wesen auf meiner Schulter sitzt, auf die Details deutet, die mir Freude machen. Mein kleiner Steuermann im Sturm, der mich eifrig zu Sonneninseln navigiert.

Wohin wird euer Blick gelenkt, wohin steuert ihr? Ich bin immer wahnsinnig Neugierig auf eure Antworten und Erfahrungen. Danke an dieser Stelle, dass ihr immer eure Gedanken und Erlebnisse mit mir teilt! Das ist eine große Bereicherung 🙂

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24 Kommentare zu „Auf Schatzsuche“

  1. Liebe Julia, ganz wunderbar geschrieben!!
    Und was mich betrifft ist das Leben für mich wie das launische Meer. Du weißt nie, wann die nächste Welle kommt und wie hoch sie ist. Nichts, was du beeinflussen kannst. Alles was zählt ist, dass du gut segeln kannst. Und das kann man lernen. Und je besser man es kann, desto gelassener geht man mit auch mit unangenehmen Gefühlen wie der Ungewissheit um! Manch einer liebt diese Flaute vielleicht sogar ganz besonders, weil sie ihn zur Standortanalyse bewegt. Was ist mir wichtig? Was nicht? Wo will ich hin? Und ist es tatsächlich das, was ich möchte? Manchmal reicht es aus, den Sinn in diesen Gefühlen und Situationen zu suchen und sie nicht standig zu bewerten. So versuche ich durch mein Leben zu gehen.
    LG Simone

    Gefällt 9 Personen

    1. Liebe Simone, danke für deinen Kommentar und das Lob. Da schwappt mein Gefühlsmeer ganz hoch ins „Hochgefühl“ 😉 Deinen Weg durch dieses Meer zu navigieren finde ich sehr vorbildlich. Bewertungen sind oft alles andere als konstruktiv. Viele Chancen werden uns durch Bewertungen genommen.
      Ich wünsche gute Segelfähigkeiten bei deinen Wellenritten.
      Liebe Grüße
      Julia

      Gefällt 1 Person

  2. Immer wenn wir es auf unseren Reisen schaffen einfach nur „da“ zu sein, dann wird die von dir beschriebene Ungewißheit zur Freude. Auf der Gefühlsebene ist es eine Mischung aus meditativer Stille, Wachsamkeit, kindlicher Neugier, Distanz des unabhängigen Beobachters und großer „Eigenpräsenz“ (Konzentration auf das jetzt und was gerade ist). Wenn es uns gelingt, uns in diese Stimmung oder Haltung zu bringen, dann entsteht ganz von allein eine be-seelte Freude. Dabei ist es vollkommen egal ob wir unter einer 700 Jahre alten Linde sitzen, staunend die Kunstschätze einer französischen Kathedrale bewundern, oder einfach nur still in einen Sonnenuntergang schauen.
    Wie uns das Erreichen dieses „Zustends“ gelingt, kann ich nicht beschreiben, ich kann nur feststellen, es gelingt meist nicht, wenn wir uns von der allgemeinen Alltagshektik unserer modernen Zivilisation, dem Rausch des Konsums und den Dramen dieser Welt nicht lösen können.

    Gefällt 6 Personen

    1. Vielleicht habe ich eine „Ahnung“ davon, wie sich dieser Zustand anfühlt. Dass man sich im hektischen Alltag nicht darin wiederfinden kann, ist einleuchtend. Man ist ja so abgelenkt und die Sinne so beschäftigt, geradezu überfordert.
      Ich wünsche dir noch ganz viele Momente, in denen du in dieser Stimmung verweilen kannst.
      Herzliche Grüße,
      Julia

      Gefällt 1 Person

      1. Wir danken dir Julia.
        Je häufiger wir dieses „Umschalten“ üben um so häufiger gelingt uns das. Interessanter Weise sind wir besonders ‚erfolgreich‘, wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Zu Hause ist es eher schwierig und selten. Ich vermute, das wir bei unseren Wohnmobilreisen schon von vorn herein in einem anderen Rythmus sind, der das ganze erleichtert.

        Liebei Grüße
        WoMolix

        Gefällt 1 Person

      2. Das kann ich gut nachvollziehen. Bei mir funktioniert das Umschalten auch eher im Urlaub oder wenn ich der Natur näher bin. Ich hoffe aber es gelingt uns allen auch immer besser, egal wo wir sind. 😉 Übung macht den Meister.
        Liebe Grüße
        Julia

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  3. Die Neugier als kleines Wesen auf der Schulter – ein schöner Gedanke 🙂

    Mittlerweile bin ich tatsächlich schon so weit, dass ich die Lasten der Überflussgesellschaft an mir vorbeirauschen lassen und mich auf die kleinen Freuden im Leben konzentrieren kann.
    Blicke zwischen Menschen, angenehme Gerüche, das Singen der Vögel, Wolkenbilder, das saftige Grün der Wiesen im Frühling, das Rauschen eines Baches, die Freude der Menschen, …
    All das macht mich zu einem sehr glücklichen Menschen.

    Alles Liebe & Gute Dir,
    Julia

    Gefällt 7 Personen

    1. Das kleine Wesen freut sich über deine Nachricht 😉 Was du beschreibst sind alles sehr schöne Freuden und hoffe, das sie ganz oft entdecken kannst.
      Alles Liebe,
      Julia

      Ps. Leider höre ich selten, dass jemand ein glücklicher Mensch ist. Gerade deshalb freut es mich so es nun zu lesen! 🙂

      Gefällt 1 Person

  4. Ein schöner Text 🙂

    Bei mir ändert sich im Moment sehr vieles, aber zum Glück in Dosen, die ich ertragen kann. Ansonsten würde ich mir wohl auch viele Sorgen und Gedanken machen über das Wie, Warum und vor allem Wohin!

    Meine Aufmerksamkeit bewegt sich meistens von mir weg, in die Vergangenheit, in die Zukunft, zu anderen Menschen, zu „Dingen“ die ich nicht habe, und und und.
    Meine Aufmerksamkeit versuche ich wieder zu mir selbst zu lenken! Auf meine Basis, wo ich stehen kann – wo es den Raum gibt die Freuden zu entdecken und wo ich weiß was ich überhaupt will und was mir gut tut.

    Deine Worte habe ich zum Anlass genommen um über etwas nachzudenken und muss sagen, dass ich früher immer den Menschen hinterher trauerte die nicht mehr da waren. Heute schaffe ich es mich an den Menschen zu erfreuen die da sind und mich ein wenig länger begleiten möchten. Egal auf welche Art und Weise!

    Vielen Dank fürs Teilen deiner Gedanken und die damit verbundene Inspiration! 🙂

    Lieben Gruß
    Sebastian

    Gefällt 5 Personen

  5. Liebe Julia,
    das Bild des kleinen Wesens, das auf der Schulter sitzt gefällt mir. Ich glaube, ich habe auf jeder Schulter so einen kleinen Kobold (Pumuckel fällt mir ein) sitzen. Sie turnen da rum, wenn ihnen langweilig wird, schauen nach vorne, hinten und zur Seite. Sie sind sehr lebhaft! Im Moment schauen sie mir über die Schulter und sehen zu, wie ich tippe. Oh, sie können auch ruhig sein.
    Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende wünscht
    Uta

    Gefällt 1 Person

  6. Liebe Julia,

    mir gehts relativ ähnlich wie dir. Der Alltag hat manchmal seine Herausforderungen, aber wenn man bewusst alles um sich rum wahrnimmt, gibt es viel Schönheit und Gelegenheiten für Freude zu bemerken. Du beschreibst das sehr treffend.

    Ich bin gerade in einer Lebensphase, wo die Ungewissheit ebenfalls beginnt in Neugier umzuschlagen und ich entdecke, was dadurch möglich wird. Besser als planen und interessant, wenn das Leben (die Seele) einen an einen Ort stellt, wo man nicht mehr anders kann als jeden Tag als das zu nehmen was er gerade ist und sich darauf einzulassen.

    Liebe Grüße
    Marion

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Marion,
      schön, dass auch du es schaffst zwischen all den Herausforderungen das Schöne zu entdecken. Neue Möglichkeiten sind sehr wertvoll, wie offene Türen an Stellen, wo früher vielleicht sogar einmal eine feste Mauer war. Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg.
      Herzliche Grüße
      Julia

      Gefällt 1 Person

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