Beobachtungen im Regen

Der Dauerregen hält mich nicht davon ab, neugierig zu sein. Ganz bewusst lasse ich das Handy zu Hause und bemerke erst später, dass ich euch nun gar keine Bilder präsentieren kann. Aber so bleibt eure Fantasie ganz frei.

Ich wage mich hinaus ins düstere Grau. Der Regen prasselt auf den Schirm und ich verkrieche mich in meiner Kapuze. Nach einem strammen Marsch fällt mir auf, dass es gar nicht so kalt ist. Die Straßen sind leer und es ist viel Platz um in Ruhe zu erkunden.

Auf einer Mauer entdecke ich eine Schnecke mit Haus. Vielleicht eine Weinbergschnecke? Sie knabbert an einem Blatt, dass seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat. Es hat sich zusammengerollt, ist braun und sieht alles andere als appetitlich aus. Die Schnecke macht sich trotzdem darüber her. Ich gehe näher heran und betrachte erstaunt, wie es aussieht, wenn eine Schnecke herzhaft zubeißt. Oder eher die Nahrung in sich hinein zieht. Wie gebannt stehe ich dort, gebückt, und schaue mir die Schnecke von allen Seiten an. Faszinierend!

Ich wende mich wieder ab und spaziere weiter. Das Regenkonzert ist etwas leiser geworden. Meine Augen verfolgen den Weg der Wassertropfen entlang der Blätter und Äste. Dann bemerke ich, dass nun überall Pfützenspiegel entstanden sind. Ich kann mich also wieder in Parallelwelten verirren.

Irgendwie ist ein Spaziergang im Regen beruhigend – solange ich mich danach mit einem guten Buch im Warmen einkuscheln kann.

Wie geht ihr mit dem Wetter um? Verkriecht ihr euch zu Hause oder stapft ihr auch durch die Pfützen?

Ich hoffe ihr seid alle sicher und nicht von Überschwemmungen betroffen!

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35 Kommentare zu „Beobachtungen im Regen“

  1. Also, für einen Spaziergang im Regen, brauche ich einen besseren Schirm und einen neuen wasserdichten Anorak. Wie ich gestern nämlich feststellen musste, ist mein (ur)alter Anorak nicht mehr wasserdicht.
    Dass es in Deutschland ganz böse Unwetter gegeben hat, das habe ich auch hier im suedlichen Texas mitbekommen. Gestern waren sogar Bilder davon im Fernsehen in den Nachrichten. Und das will schon etwas heißen.
    Manche Ecken hier [östlich von uns z.B., zwischen Austin und Houston, und Houston selber] haben auch mehr als genug Regen abbekommen in der letzten Zeit. Da sind riesige Überschwemmungen. Das gesamte Texas [aber auch andere Gebiete der USA] hat in den vergangenen Wochen reichlich Regen abbekommen. Das Gute: die Natur blüht auf und unsere Talsperren sind seit mehreren Jahren zu ersten Mal wieder voll. Das Schlechte: eine ganze Reihe von Flüssen ist über die Ufer getreten und hat ziemliche Schäden angerichtet. Und Tote sind leider auch wieder zu beklagen.
    Hier bei uns hat es sich in Grenzen gehalten. Wir hatten das, was ich als „beneficial rain“ bezeichne: Regen, der der Natur nutzt. D.h. nicht viel mehr als der Boden aufnehmen kann. Gestern am frühen Morgen hat’s mal richtig gepladdert, und da ist der Bach am Ende unseres Grundstücks mal wieder so um 50 bis 60 Zentimeter gestiegen, in kurzer Zeit, aber heute ist schon nicht mehr viel davon da. Es ist nämlich nur ein „wet weather creek“. Heißt: normalerweise ist er trocken, und nur wenn’s (gut) regnet führt er für ein paar Stunden Wasser. Das finden wir dann wunderbar.
    Hier ein paar Bilder und Videos vom Bach, trocken und (sehr) nass:
    http://tinyurl.com/mdl6dnc [und leise gluckert der Bach]
    http://tinyurl.com/k5n6d47 [höchster Stand bisher]
    http://tinyurl.com/gput9v9 [Bach trocken und „nass“]
    http://tinyurl.com/n84nvmv [hier tost der Wildbach]
    P.S.: Ab dem Wochenende soll es wieder trocken werden, und dann wird es wohl unser üblicher südtexanischer Sommer, mit etwa drei Monaten Hitze von bis gut über 40 Grad, und keinen Tropfen Niederschlag.Deswegen sind wir eben so froh über das, was wir bisher bekommen haben.
    Hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

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    1. Da wird uns wieder bewusst, wie sehr wir doch abhängig sind von den Naturgewalten. Ich hoffe es beruhigt sich überall wieder.
      Ihr bekommt das an eurem Bach ja hautnah mit 😉 Schon spannend, wie aus einem trockenen Flussbett so ein reißender Bach werden kann.
      Ich wünsche euch auch in den heißen Monaten genug Niederschlag. Kann mir gar nicht vorstellen, solchen Temperaturen ausgesetzt zu sein!
      Danke für die Links, immer wieder sehr spannend bei dir reinzuschauen!
      Liebe Grüße über den großen Teich und auch ein schönes Wochenende,
      Julia

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  2. … wie du an meinen Blumenfotos siehst profitiert die Natur und ich vom Regen, aber es gibt Wassermassen die die vom Himmel stürzen und alles ertränken, was jedweder Romantik entbehrt… deine Sommerregenbeschreibungen sind hingegen Fantasie beflügelnd!!!

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      1. Das war auch nicht meine Absicht! Ich finde es ganz furchtbar, dass manche Menschen so heftig davon betroffen sind. Mit meinem Text wollte ich nur beschreiben, dass Regen generell nicht immer nur blöd ist, sondern dass man darin auch positives sehen kann. Aber nicht immer muss. Ist ja alles freiwillig 😉 Sind nur Anstöße, Erfahrungen.. Den Menschen hilft es ja nicht, wenn ich mich jetzt zu Hause einschließe und schimpfe. Ihr Leid wollte ich aber keinesfalls verharmlosen! LG

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  3. Klasse wie Du uns an deinem Regen Spaziergang teilhaben lässt. Bilder entstehen da beim lesen fast unbemerkt. Allen die vom Starkregen betroffen sind, wünsche ich das sich die Wetterfront bald beruhigt.

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  4. Ich liebe es, im Regen meine Laufrunde durch den Wald zu drehen: Die Welt ist leiser. Es sind viel weniger Menschen unterwegs. Nur ein paar Jogger mit derselben Leidenschaft und ein paar Gassigänger. Toll! Jedes Wetter hat seinen Charme 🙂

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  5. Deine feine Schneckenbeschreibung lässt mich einen Buchtipp hier teilen: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen von Elisabeth Tova Baileye. Sehr faszinierend beschreibt die Autorin ihre Zeit, als sie krank im Bett lag und eine Schnecke beobachten und kennen lernen konnte. Ein tolles Buch, das einlädt zur Entschleunigung.

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  6. Wenn es regnet, bleib ich am liebsten zu Hause. Aber ich lasse immer das Fenster oder die Balkontür auf, weil ich das Geräusch und den Geruch so liebe. Im Sommer ist es besonders schön, weil man die Balkontür auflassen kann, ohne dass es kalt wird. 🙂

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    1. Tut mir Leid, dass ich deinen Kommentar erst jetzt freischalte, er war im Spam gelandet..
      Ich mache das auch öfter so, dass ich das Fenster bei Regen offen lasse und die frische Luft hereinströmt, der Regengeruch und natürlich das Prasseln 😉

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  7. Servus Julia,

    habe versucht Dich über das Kontaktformular zu erreichen, aber entweder bist Du unterwegs oder der Spam-Ordner hat die Nachricht geschluckt. Ich bin erst vor Kurzem auf Deinen Blog aufmerksam geworden und bin ganz begeistert von der Idee und deren Umsetzung.
    Daher würde ich Dich gerne für den Versatile Blogger Award nominieren. Bitte lasse mich wissen, ob Du die Nominierung annehmen möchtest: confinare@gmail.com

    Infos gibt es hier: https://versatilebloggeraward.wordpress.com/

    Liebe Grüsse aus den Grenzbereichen
    https://grenzbereiche.wordpress.com/

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    1. Hallo,
      ich bin über das Kontaktformular erreichbar, brauchte allerdings mal etwas Zeit fernab vom Pc 🙂 Deine Nachricht hat mich also erreicht. Vielen Dank für deine Nominierung. 😉 Ich werde mir mal die Infos zu Gemüte führen und dich dann kontaktieren.
      Herzliche Grüße
      Julia

      Gefällt 1 Person

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